Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle lehnt eine Unterstützung des Bundes ab
Brüderle hatte eine Unterstützung des Bundes für Opel abgelehnt und erklärt, diese könne maximal von den Ländern mit Opel-Standorten kommen. Das sind neben Thüringen noch Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. "Wir brauchen den Konsens, dass dann, wenn ein tragfähiges GM-Konzept vorliegt, alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Die momentane Unklarheit gefährdet den Standort", sagte Machnig, dessen Land mit Eisenach eines der modernsten Opel-Werke hat.
Wie Deutschland wurde nach Blooms Worten auch die US-Regierung von der Kehrtwende bei Opel völlig überrascht. Der Zeitpunkt der Entscheidung, die europäische Tochter im Konzern zu behalten, sei allerdings politisch schlecht gewesen. Die US-Vertreter hätten nicht einmal Gelegenheit gehabt, Bundeskanzlerin Angela Merkel während ihres Besuchs in Washington zu informieren. "Unsere Freunde in Deutschland waren schockiert und wir waren, das versichere ich mit allem Nachdruck, nicht erfreut darüber, dass sie schockiert waren." Merkel hatte von der Entscheidung des GM-Verwaltungsrats praktisch unmittelbar nach dem Abschluss ihrer Gespräche mit Obama erfahren.
Bloom betonte zudem die Unabhängigkeit der GM-Verwaltungsräte. "Sie haben ihre Entscheidung getroffen und wir werden nicht versuchen, sie zu einer Änderung zu bewegen. Ich denke mal, wir hätten etwas sagen können. Aber wir haben es nicht getan." Merkel hatte sich für einen Verkauf Opels an ein Konsortium um den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und die staatliche russische Sberbank stark gemacht.