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  FTD-Serie: Maschinenbau - Erfinderisch durch die Krise

Ob Hybridantriebe für Schwertransporter, saubere Schiffsmotoren oder Maschinen, die mit thermischer Solarkraft arbeiten: Der deutsche Maschinenbau gilt weltweit als besonders innovativ. Die FTD-Reihe zeigt, mit welchen Innovationen die Branche neues Wachstum schaffen will und sich auf die Zukunft einstellt.

Merken   Drucken   24.10.2008, 07:00 Schriftgröße: AAA

Innovationen: Der LKW-Bauer als Nothelfer

Angesichts des drohenden Abschwungs machen Lastwagenhersteller intensiv auf ihren Service aufmerksam, um Kunden zu halten. Dafür haben sie im Ausland mehrere Stützpunkte, um den Kunden vor Ort zu helfen. von André Schmidt-Carré
Die Aussichten für die Lkw-Branche verdüstern sich. Während der Absatz in den vergangenen Jahren von Rekord zu Rekord eilte, erwarten die Hersteller nun Schwierigkeiten. Der Abschwung kommt infolge der Finanzkrise vermutlich stärker als erwartet. Die Branche kennt ihr zyklisches Geschäft und hat schon länger mit Problemen gerechnet.
Die Anbieter haben reagiert und wollen sich mit der Entwicklung umfangreicher Serviceangebote Kunden sichern. "Bei der Technik sind die Anbieter aus Kundensicht zunehmend austauschbar", sagt Matthias Bentenrieder, Nutzfahrzeugexperte bei der Unternehmensberatung Oliver Wyman. "Servicenetze und Mobilitätsgarantien werden für die Hersteller deshalb immer wichtiger, um sich von der Konkurrenz abzusetzen."
Gerade technische Dienstleistungen sind für die Kundschaft wichtig. Denn ein technischer Defekt und Ausfall eines Trucks ist der Alptraum für jeden Spediteur. Lastwagen müssen fahren, denn ein Tag Stillstand kann 1000 Euro und mehr kosten. Der zunehmende Wettbewerbsdruck lässt die Transporteure deshalb verstärkt auf Verträge mit den Herstellern setzen, die ihnen Garantien für Reparaturen und Pannenhilfen geben.
Technische Hilfe im Ausland wichtig
"Der technische Support ist unter den angebotenen Zusatzleistungen mit Abstand am wichtigsten", sagt Experte Bentenrieder. Vor allem bei Speditionen, deren Fahrzeuge im Fernverkehr unterwegs sind, spielt die Unterstützung bei technischen Problemen im Ausland eine Rolle. Marktführer Mercedes betreibt zum Beispiel im Kernmarkt Westeuropa ein umfangreiches Netz von Niederlassungen und Händlern mit mehr als 1300 Stützpunkten.
Mehr hat nur die italienische Iveco, die allerdings einen Großteil der knapp 1800 Stützpunkte in Südeuropa betreibt. Doch auch Anbieter mit weniger Stationen in der Fläche können guten Service bieten, etwa wenn sie eine flexible Pannenhilfe bieten, die einen liegen gebliebenen Truck direkt vor Ort wieder flott macht. Oder eben einen unkomplizierten Transport zur Werkstatt organisiert - auch wenn die dann etwas weiter entfernt liegt.
"Eine europaweite 24-Stunden-Pannehilfe haben mittlerweile alle Hersteller im Angebot", sagt Bentenrieder. Dabei stemme die Anbieter diesen Service durchaus nicht immer selbst. Die deutsche MAN zum Beispiel hat die Koordination ihrer Pannenhilfe teilweise an den ADAC ausgelagert. Neben den technischen Dienstleistungen spielt auch Finanzierung über Leasing oder Langzeitmiete eine immer größere Rolle, ebenso Angebote zum Flottenmanagement wie etwa Telematikdienste.
Der Markt für professionelles Lkw-Flottenmanagement wächst
Die zunehmende Konsolidierung im Transportgewerbe verstärkt den Trend: "Vor allem große Unternehmen setzen auf Effizienzgewinne durch Outsourcing. Und die Anzahl großer Flottenbetreiber mit 50 und mehr Lastwagen ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen", sagt Bentenrieder. Die Folge: Der Markt für professionelles Lkw-Flottenmanagement wächst.
Einsam an der Service-Spitze liegt Mercedes-Benz mit seiner Tochter Charterway und 65.000 gemanagten Fahrzeugen. Hier können Speditionen sogar Trucks samt Fahrer mieten. Daneben betreibt der Konzern die Tochter DCS Fleetboard, die Telematikdienste anbietet. Deren Ziel ist der "gläserne Lastwagen", der die Speditions-Zentrale jederzeit wissen lässt, wie und wo ihr Transport unterwegs ist. Ein Computer im Fahrzeug übermittelt etwa, wann der Lastwagen das nächste Mal zum Service muss und wie viel Kraftstoff er verbraucht.
Damit kann der Disponent Werkstattaufenthalte frühzeitig einplanen und den Fahrer wenn nötig zum Spritspartraining schicken. Immerhin machen die Kraftstoffkosten 30 bis 40 Prozent der Gesamtkosten im Verlauf eines Lastwagens-Lebens aus. Zum anderen übermittelt das Fahrzeug der Zentrale ständig seine Position. Seine Dienste bietet Fleetboard nicht nur für Mercedes-Trucks an, sondern für sämtliche Hersteller. "Unser Dienst richtet sich auch an Kunden, die mit Lastwagen anderer Anbieter unterwegs sind. Denn das Flottenmanagement funktioniert nur, wenn es sämtliche Fahrzeuge umfasst", sagt Ralf Forcher, Geschäftsführer Daimler Fleetboard.

Teil 2: Die Konkurrenz entdeckt das Geschäft

  • FTD.de, 24.10.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
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