Rote Zahlen, Pleite und Staatshilfe - in den vergangenen 15 Jahre gab es nur selten gute Nachrichten vom US-Autobauer. Die boomenden Autoverkäufe bescheren Chrysler die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.
Der US-Autobauer Chrysler hat zum ersten Mal seit 1997 einen Jahresgewinn geschrieben. Chrysler verdiente unterm Strich 183 Mio. Dollar nach einem Minus von 652 Mio. Dollar im Jahr 2010. Noch 2009 war der Konzern pleite und hatte nur mit milliardenschwerer Hilfe des Staates überlebt.
Wegen der schwächelnden Nachfrage in Europa senkte der Konzern Fiat-Chrysler allerdings seine Umsatzpognose für 2012. Das transatlantische Unternehmen rechne nur noch mit 75 Mrd. Euro Erlösen, teilte Fiat-Chrysler mit. Bislang wurden 85 Mrd. Euro angepeilt. Inhaber von Stammaktien müssen zudem auf eine Dividende für das vergangene Jahr verzichten. Für Optimismus sorgte der Konzern aber mit seiner Prognose für den Geschäftsgewinn in diesem Jahr: Er soll zwischen 3,8 und 4,5 Mrd. Euro
Bei Chrysler geht es angesichts boomender Autoverkäufe vor allem auf dem wichtigen Heimatmarkt geht es jedoch seit Monaten aufwärts. Der Umsatz sprang um 31 Prozent auf 55 Mrd. Dollar. "Das Haus ist in schönster Ordnung", sagte Konzernchef Sergio Marchionne am Mittwoch. "Wir sind stolz auf die Arbeit, die wir geleistet haben."
Vor allem das letzte Jahresviertel lief blendend mit einem Gewinn von 225 Mio. Dollar. Die Schulden schrumpften drastisch, der Marktanteil in den USA legte nach Firmenangaben im Gesamtjahr von 9,2 auf 10,5 Prozent zu. In der Heimat setzte der Konzern mit knapp 1,4 Millionen Wagen der Marken Chrysler, Dodge, Jeep und Ram die Masse seiner Autos ab. Weltweit stieg die Zahl der ausgelieferten Fahrzeuge von 1,6 auf 2 Millionen.
Im laufenden Jahr will Chrysler weiter zulegen und auf einen Umsatz von um die 65 Mrd. Dollar kommen. Der Gewinn soll auf unterm Strich rund 1,5 Mrd. Dollar hochschießen.
Chrysler galt lange als Sorgenkind unter den US-Autokonzernen. Die Rivalen General Motors und Ford schrieben nach der großen Krise des Jahres 2009 wesentlich schneller wieder Gewinne und das in Milliardenhöhe. Dagegen war Chrysler auf die Hilfe des italienischen Konkurrenten Fiat angewiesen, Der italienische Fiat -Konzern übernahm damals 20 Prozent und besitzt inzwischen die Mehrheit an dem Konzern. Chef beider Unternehmen ist seit Beginn der Allianz Marchionne. Auf mittlere Sicht strebt er eine komplette Verschmelzung an.
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