Nach nur zwei Jahren im Amt ist Schluss für den Marketingchef des Opel-Mutterkonzerns General Motors .
Joel Ewanick habe das Unternehmen verlassen, teilte der US-Autobauer am Sonntag mit. Er habe die Erwartungen nicht erfüllt, die das Unternehmen an seine Mitarbeiter stelle, sagte ein Firmensprecher, ohne ins Detail zu gehen. Der Spitzenmanager war für das weltweite milliardenschwere Werbebudget verantwortlich. Hintergrund dürften keine fachlichen Mängel sein, Ewanick gilt seit seiner Zeit bei Hyundai als Spitzen-Marketingmanager. Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Ewanick habe über gewisse finanzielle Details aus dem Marketing-Deal mit Manchester United nicht vorschriftsmäßig berichtet. Ewanick selbst wollte gegenüber Reuters per Mail keinen Kommentar dazu abgeben.
Auch das "Wall Street Journal" hatte berichtet, dass sein plötzlicher Abgang mit dem neuen Sponsorenvertrag von GM mit dem Verein zu tun habe. Der Club wirbt für die GM-Hauptmarke Chevrolet. Der vor zwei Monaten mit dem englischen Fußball-Rekordmeister geschlossene Kontrakt hatte für Verwirrung gesorgt.
Für den Deal wollte Ewanick auf die teure Fernsehwerbung zum Super Bowl verzichten. Das Finale der Profiliga beim American Football ist das größte Sportereignis in den USA, für das eigens Werbespots gedreht und Millionenbudgets bereitgestellt werden.
Kurze Zeit später hatte Ewanick angekündigt, keine Anzeigen mehr bei Facebook schalten zu wollen. Ínsidern zufolge gab GM im vergangenen Jahr rund 10 Mio. US-Dollar für Werbung bei dem Online-Netzwerk aus - ein Bruchteil des gesamten Reklamebudgets. Allein in den USA kauft der Autokonzern jährlich Anzeigen, Werbeplätze und TV-Sendezeiten für fast zwei Mrd. Dollar.
Erst vor wenigen Tagen war GM als weltgrößter Autohersteller von Toyota abgelöst worden, Volkswagen belegt nun nur noch Platz drei. In den USA ist GM weiterhin der größte Autobauer. Der Marktanteil sank jedoch im ersten Halbjahr 2012 auf 18,1 Prozent, nach 19,9 Prozent im Vorjahr.
Ewanick selbst erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter, es sei ihm eine Ehre gewesen, mit dem GM-Team zusammenzuarbeiten. "Ich wünsche jedermann bei GM das Beste." Bis auf weiteres übernimmt US-Verkaufschef Alan Batey das Amt.