In Europa sank die Zahl der verkauften Neuwagen im September gegenüber dem Vorjahresmonat um acht Prozent auf rund 1,3 Millionen Fahrzeuge - und das, obwohl der Monat diesmal zwei zusätzliche Arbeitstage zählte. Wegen der Finanzkrise zögern Kunden mit Ausgaben und bekommen zudem Schwierigkeiten, ihren Kauf zu finanzieren, wie der europäische Branchenverband Acea angibt. Die Politik erwägt bereits, die Industrie mit Geld für neue Technologien zu stützen und so den Absatz zu fördern.
Zum zweiten Mal in kurzem Abstand ließ Opel die Produktion im Werk Bochum anhalten. Dort stehen nun zwei Wochen lang die Bänder still. In Eisenach ruht die Arbeit bereits eine Woche und soll ebenfalls bis Monatsende ausgesetzt werden, wie Opel mitteilte. Die Produktionsstätten in Antwerpen (Belgien) und Ellesmere Port (Großbritannien) sind für zwei Wochen geschlossen worden. Seit voriger Woche sind zudem im Werk Kaiserslautern 550 von 2400 Beschäftigten, die Bochum und Eisenach zuliefern, betroffen. In Bochum sollen die einwöchigen Weihnachtsferien auf zwei Wochen ausgedehnt werden und schon am 16. Dezember beginnen.
Am Stammwerk Rüsselsheim, wo der neue Insignia produziert wird, wird hingegen normal gearbeitet. In Luton (Großbritannien), Gleiwitz (Polen), Trollhättan und Saragossa (Spanien) sind Produktionsstopps für die kommende Woche geplant, in Saragossa teilweise schon sofort.
Ford stellt im November Teile der Motorenfertigung für fünf Wochen auf Kurzarbeit um. Der US-Hersteller nannte fehlende Aufträge aus dem Heimtmarkt. Von den 17 300 Beschäftigten am Standort Köln seien nur 820 betroffen. Die Fahrzeugproduktion sei nicht beeinträchtigt. Eine Entscheidung über die Zukunft des Kölner Motorenwerks wird bis Jahresende erwartet. Ford hatte angekündigt, die dortige Fertigung von Sechs-Zylinder-Motoren einzustellen. Ob stattdessen die Produktion von Drei-Zylinder-Motoren an das Werk geht, ist unklar. Im Gespräch ist auch ein Standort in Rumänien.