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Merken   Drucken   18.02.2012, 11:47 Schriftgröße: AAA

Lkw-Fertigung: Startschuss für Daimlers Lkw-Kooperation mit China

Ausländische Autobauer haben es im Reich der Mitte nicht leicht: Wer vom Wachstum profitieren will, muss sich strengen Vorgaben unterwerfen. Per Joint Venture steigt Daimler ins chinesische Lkw- Geschäft ein.
© Bild: 2011 None
Ausländische Autobauer haben es im Reich der Mitte nicht leicht: Wer vom Wachstum profitieren will, muss sich strengen Vorgaben unterwerfen. Per Joint Venture steigt Daimler ins chinesische Lkw- Geschäft ein.
Auf dem riesigen Wachstumsmarkt China hat der Daimler -Konzern sein Gemeinschaftsunternehmen für die dortige Lkw-Produktion offiziell gestartet. Truck-Chef Andreas Renschler habe mit den chinesischen Partnern in einer Feierstunde die Zentrale der neuen Firmenkooperation in Peking in Betrieb genommen, teilte Daimler mit. Bei Produktion und Verkauf sei China schon heute der weltgrößte Einzelmarkt für Autos und Lkw - und er wächst rasant.
Daimler-Flagschiff Actros: 3500 Modelle gehen bislang jährlich ...   Daimler-Flagschiff Actros: 3500 Modelle gehen bislang jährlich nach China
Die Stuttgarter produzieren in dem Riesenreich künftig gemeinsam mit dem chinesischen Lkw-Bauer Foton dessen Modell Auman. Daimler liefert dafür technisches Wissen, unter anderem mit Mercedes-Motoren. Die Chinesen stellen für das je zur Hälfte gehaltene Joint Venture die Chassis und bringen ihr Service- und Vertriebsnetz ein.
Renschler sagte laut Mitteilung: "Unsere 50-Prozent-Beteiligung an Beijing Foton Daimler Automotive wird uns eine Position als einer der Key Player auf dem chinesischen Lkw-Markt ermöglichen und wir bekommen den Zugang zum attraktiven Volumensegment." Der Manager lobte den Schulterschluss: "Unser Partner Foton ist der führende Hersteller von Nutzfahrzeugen und der drittgrößte Produzent von schweren Lkw in China", sagte er laut Redemanuskript.
China macht ausländischen Autobauern strenge Vorgaben. Ganz frei auf eigene Rechnung darf dort nicht produziert werden. Wer Zugang zum Markt will, muss in aller Regel eine Partnerschaft mit einheimischen Firmen eingehen. Davon verspricht sich China einen Gewinn an Wissen - wenn gemeinsam etwas gebaut wird, kann vom Westen gelernt werden.
Die gelieferten Daimler-Motoren sind jedoch nicht brandneu. Sie kommen schon seit vielen Jahren zum Einsatz, unter anderem auf dem lateinamerikanischen Markt. Und wichtige Geheimnisse aus Forschung und Entwicklung legt Daimler nicht offen. Andere Firmen wie etwa Zulieferer für die Automobilbranche machen das ähnlich und fertigen beispielsweise Schlüsselkomponenten weiter außerhalb Chinas.
Bisher exportiert Daimler Lastwagen in das Riesenreich, was hohe Logistik- und Einfuhrkosten bedeutet. Von dem komplett außerhalb Chinas hergestellten Flaggschiff Actros beispielsweise gehen pro Jahr 3500 Modelle in die Volksrepublik. Da es in China vor allem fern der Metropolen wie Shanghai und Peking noch riesigen Nachholbedarf in der Infrastruktur gibt, sehen auch Lkw-Hersteller dort einen Zukunftsmarkt. Aus Daimler-Sicht gilt allerdings, dass die hochwertig ausgestatteten und technisch raffinierten Daimler-Trucks zu teurer für den chinesischen Massenmarkt sind.
Mit der Kooperation stößt Daimler nun im großen Stil ins dortige Segment der mittelschweren und schweren Lkw vor, bei dem China den Angaben zufolge inzwischen 40 Prozent des Weltmarktes ausmacht. Das Volumen habe sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt, so dass in China inzwischen mehr als eine Million Lkw pro Jahr in diesem Marktsegment verkauft werden. "Die Verkäufe von mittelschweren und schweren Trucks in China sind fast doppelt so hoch wie die Verkäufe in den USA, Westeuropa und Japan zusammen", sagte Renschler.
Der erste gemeinsam produzierte Foton soll im dritten Quartal vom Band laufen. Schon bald soll das Joint Venture 160.000 Lkw in zwei Werken in China produzieren. Das wären 60 Prozent mehr als Foton 2011 allein schaffte und ein für den Start ansehnlicher Teil vom gesamten Marktvolumen. Zuletzt wurden in China pro Jahr mehr als eine Million schwere und mittelschwere Laster verkauft, was rund 40 Prozent des gesamten Weltmarktes für solche Fahrzeuge ausmachte. Mit der Foton-Mutter BAIC baut Daimler in China bereits Pkw.
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  • dpa, 18.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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