Merken
Drucken
19.08.2011, 10:21
Schriftgröße: AAA
Luxusmodelle:
Autobauer setzen auf Haute Couture
© Bild:
2011 Jaguar
Mit superteuren Prestigemodellen will Jaguar Land Rover sein Image schützen. Gleichzeitig wird die Produktpalette auch nach unten ausgeweitet, Der Autobauer orientiert sich an dem Vorbild der Luxusgüterbranche.
von Margret Hucko Hamburg
Mit superteuren Sondermodellen will Jaguar Land Rover das Prestige seiner Marken schützen. "Dieses Thema der Sondermodelle, Sondermotoren werden wir versuchen zu kultivieren", sagte Jaguar-Land-Rover-Chef Ralf Speth im FTD-Gespräch. Das britische Traditionsunternehmen, das seit drei Jahren zum indischen Tata-Konzern gehört, hatte in kurzen Abständen gleich zwei High-End-Autos vorgestellt, die in ein völlig neues Preissegment vorstoßen.
Es klingt paradox, aber mit den Aushängeschildern wollen Luxus-Hersteller den Spagat schaffen, ihre Produktpalette auch nach unten auszuweiten. Von günstigeren Modellen können sie mehr verkaufen. Ein größeres Volumen spart in der Produktion Geld, weil mehr gleiche Teile eingesetzt werden können. Doch die Masse stellt auch das Nobelimage infrage. Um den Markenwert zu wahren, wenden die Autobauer nun ein Prinzip aus der Modeindustrie an. Dort erlaubt teure Haute Couture den Verkauf erschwinglicher Accessoires für eine größere Fangemeinde, so McKinsey-Autoexperte Christian Malorny.
Galerie
IAA - SUVs ohne Ende
Bei den jüngsten Sonderprojekten von Jaguar Land Rover handelt es sich um einen 900.000 Euro teuren Hybridsportwagen der Marke Jaguar und einen Range Rover Ultimate ab 165.000 Euro mit Teakholz und iPads.
Jaguar arbeitet bei dem sogenannten CX-75 mit dem Formel-1-Anbieter Williams zusammen. In einer limitierten Auflage soll der Ferrari-Verschnitt ab 2013 gefertigt werden. Der exklusive Geländewagen ist bereits käuflich. "Dieser war als Sonderserie von 300 bis 500 Autos geplant. Mittlerweile haben wir davon fast 1000 Autos verkauft", so Speth.
Jaguarhändler in Louisville
"Wir wollen nicht nur in eine Richtung marschieren. In den nächsten vier bis fünf Jahren planen wir 40 größere Produktmaßnahmen", kündigte er an. Dabei soll das Portfolio auch um kleinere Fahrzeuge erweitert werden. Jaguar steht mit seiner Strategie nicht alleine da. Porsche geht einen ähnlichen Weg und will künftig in beide Richtungen wachsen.
Jaguar führt demnächst den Range Rover Evoque ein, dem mit etwa 30.000 Euro bislang günstigsten Produkt. "Wir haben aktuell einen Auftragseingang von 20.000 Bestellungen", sagte Speth. Vom Evoque hoffen die Briten jährlich rund 60.000 Autos abzusetzen. Damit wäre der kleine Range das wichtigste und volumenstärkste Modell in der Produktpalette. Dass noch kleinere Modelle folgen, schließt Speth nicht aus. Nach FTD-Informationen sind geländegängige Kleinstfahrzeuge wie Quads eine Option. Sie ähneln mehr einem vierrädrigen Motorrad als einem Auto. "Denkbar ist grundsätzlich alles", so Speth.
Teil 2: Expansion auch in Schwellenländern
-
Aus der FTD vom 19.08.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
Bookmarken
Drucken
Senden
Leserbrief schreiben
Fehler melden