Dominanter Chevrolet
"Das wird ein Balanceakt", räumte ein Sprecher des Weißen Hauses ein. Schließlich müsse die Regierung die Staatshilfen von insgesamt 50 Mrd. $ auch gegenüber dem Steuerzahler verantworten. "GM hat jetzt einen überzeugenden Sanierungsplan", rechtfertigte Präsident Barack Obama den Eingriff. Der Kompromiss mit allen Beteiligten sei "hart, aber fair." Die Folgen eines Zusammenbruchs von GM wären dagegen "verheerend" gewesen.
Doch selbst wenn es gelingt, den Autobauer innerhalb von drei Monaten in der Insolvenz zu sanieren und weitgehend zu entschulden, hinterlässt GM schwere volkswirtschaftliche und soziale Folgeschäden. Von den 46 verbliebenen GM-Werken sollen 14 geschlossen werden, allein in den USA werden weitere 21.000 Mitarbeiter entlassen. Drastisch reduziert wird auch die Zahl der Vertragshändler. Bis Ende 2010 sollen nur 3600 der 6000 Betriebe übrig bleiben. "Der neue GM-Konzern soll aus den stärksten Teilen unseres bisherigen Unternehmens gebaut werden", verkündete Vorstandschef Fritz Henderson. Insgesamt verfügt GM noch über Vermögenswerte von gut 80 Mrd. $. Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf 173 Mrd. $.
Von den acht Konzernmarken wird GM künftig nur noch vier fortführen: Chevrolet, BMC, Cadillac und Buick. Die Marken Pontiac, Saturn, Hummer und Saab werden verkauft oder eingestellt.
Eine schwere Last für den Konzern bleiben die Pensionsverpflichtungen für die früheren Mitarbeiter. GM musste sich verpflichten, künftig 600 Mio. $ jährlich in den Pensionsfonds der UAW einzuzahlen. Bei einer Produktion von zwei Millionen Autos wären das umgelegt 300 $ pro Auto.