General Motors lässt die Bundesregierung auflaufen: Nach Informationen der Financial Times hat der GM-Verwaltungsrat beschlossen, Alternativen zum Verkauf der Tochter zu prüfen - bis hin zu den Folgen einer Insolvenz. von Timo Pache (Berlin), Steffen Klusmann (Hamburg), Ralph Atkins (Frankfurt) und Bernard Simon (Toronto)
Zuvor hatte Berlin erfolglos Druck auf das GM-Management ausgeübt, endlich der Veräußerung von Opel an ein Konsortium aus dem Zulieferer Magna und der russischen Sberbank zuzustimmen.
Wenige Wochen vor der Bundestagswahl droht der deutschen Politik damit eine Blamage. Seit Monaten arbeitet die Große Koalition an einer Übernahme der deutschen Traditionsmarke durch einen Investor. Dabei haben sich Bund und Länder eindeutig auf die Seite von Magna und der Sberbank geschlagen.
Deutschland will den Kauf mit staatlichen Garantien von rund 4,5 Mrd. Euro absichern. Eine Offerte des Finanzinvestors RHJI lehnen Bund und Länder hingegen ab. Obgleich der Ripplewood-Ableger nur Bürgschaften von 3 bis 3,8 Mrd. Euro reklamiert, wollen sie dem Investor staatliche Hilfen verweigern.
In Teilen der GM-Führung stoßen Magna/Sberbank aber weiterhin auf erbitterten Widerstand. Der US-Konzern sieht vor allem zwei Probleme: Bei einem Zuschlag für Magna würde Detroit die Kontrolle über Opel verlieren. Außerdem fürchtet General Motors Konkurrenz auf dem russischen Markt.
Dafür genießt hier RHJI viel Unterstützung. "Uns wurde gesagt, wir könnten aus zwei Angeboten auswählen. Aber faktisch gibt es nur für eines ein Finanzierungskonzept", hieß es aus Kreisen des GM-Verwaltungsrats. Die Bundesregierung sei daher aufgefordert worden, nun auch ein Finanzierungskonzept für RHJI zu liefern. Zu den Alternativen zu einem Verkauf gehöre auch die Option, Opel mithilfe neuer Kredite der US-Regierung in Eigenregie zu sanieren.
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