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  09.02.2010, 15:30    

Neuer Sanierungsplan: Opel nimmt Milliarden und gibt Milliarden aus

1,5 Mrd. Euro will General Motors von der deutschen Regierung für die Sanierung Opels. Zugleich soll mehr als das Siebenfache in die GM-Tochter investiert werden. Wie das geht? Demnächst soll die Krisen-Firma Geld verdienen. von Annette Berger 
Der US-Autokonzern General Motors hat bei Bund und Ländern Staatshilfen in Milliardenhöhe für die Sanierung seiner Tochter Opel beantragt. Das sagte GM-Europachef Nick Reilly auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. Reilly stellte dort am Dienstag den überarbeiteten Sanierungsplan für den Traditionshersteller vor.
Insgesamt will GM in den europäischen Ländern mit Opel-Standorten rund 2,7 Mrd. Euro Staatshilfen einsammeln. Diese Summe steht bereits seit Längerem zur Diskussion. Deutschland soll sich mit 1,5 Mrd. Euro an der Sanierung beteiligen, forderte GM nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Wie die Summe zwischen Bund und Ländern aufgeteilt wird, sei Sache der Politik.
Nick Reilly hat große Investitionspläne für Opel   Nick Reilly hat große Investitionspläne für Opel
Die Amerikaner beziffern die Kosten für die Opel-Sanierung auf 3,3 Mrd. Euro. 600 Mio. Euro wollen sie selbst beisteuern, einen Teil sollen zudem die Opel-Beschäftigten aufbringen.
Der aktuelle Sanierungsplan sieht vor, dass Opel 2011 die Gewinnschwelle erreicht und 2012 wieder Gewinn macht. "Wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte Reilly, der zugleich Opel-Chef ist.
Investitionen von 11 Mrd. Euro binnen vier Jahren
Bis 2014 sollen 11 Mrd. Euro in die europäischen Opel- und Vauxhall-Standorte investiert werden, kündigte Reilly an. 80 Prozent der Produkte des Autoherstellers würden erneuert. Allein für dieses und nächstes Jahr plant das Traditionsunternehmen insgesamt zwölf Markteinführungen. Finanziert werden sollen die Investitionen zum Teil aus Staatshilfen, später durch Reinvestitionen von Gewinnen, wenn das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreibt.
Opel wolle weitere Elektrofahrzeuge bauen, versprach Reilly. Es werde neben dem Ampera ein Elektrofahrzeug mit verlängerter Reichweite geben und zusätzlich rein batteriebetriebene Elektroautos in kleineren Fahrzeugklassen: "Die heutige Ankündigung markiert den Anfang einer neuen Ära." Der Ampera ist ein Hybridfahrzeug mit einem Elektroantrieb und einem Verbrennungsmotor zur Aufladung der Batterie.
Der Opel Ampera   Der Opel Ampera
Das neue Sanierungskonzept gilt als Grundlage für eine Entscheidung der europäischen Staaten über milliardenschwere Staatshilfen. Opel und sein Schwesterunternehmen Vauxhall unterhalten nicht nur in Deutschland Fabriken, sondern beispielsweise auch in Spanien, Polen oder Großbritannien. Das Werk im belgischen Antwerpen soll Mitte des Jahres geschlossen werden. Dort arbeiten rund 2400 Menschen.
Reilly bestätigte frühere Pläne, wonach in Europa mehr als 8300 Stellen gestrichen werden sollen. Betroffen seien 1300 Jobs in der Verwaltung und 7000 in der Produktion. Weitere 850 Mitarbeiter, die durch Altersteilzeit aus dem Unternehmen ausscheiden, werden nicht ersetzt. Bisher arbeiten insgesamt gut 48.000 Menschen für Opel und Vauxhall.
3900 Jobs weniger in deutschen Werken
In Deutschland werden mehr als 3900 Arbeitsplätze gestrichen. Davon entfallen 1799 auf Bochum, wo künftig exklusiv der neue Zafira gebaut werden soll. In der Produktion in Rüsselsheim, wo alle Insignia-Varianten gefertigt werden, fallen 862 Stellen weg. Eisenach verliert 300 Jobs, genauso wie das Motorenwerk in Kaiserslautern.
Zudem werden rund 650 Arbeitsplätze in der Verwaltung in Deutschland gestrichen, wovon vor allem Rüsselsheim betroffen sein dürfte. Der Plan sei noch nicht mit der Arbeitnehmerseite abgestimmt, sagte Reilly.

Teil 2: IG Metall gegen Staatshilfe

  • FTD.de, 09.02.2010
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