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Merken   Drucken   25.05.2009, 09:30 Schriftgröße: AAA

Opel-Interessenten: Berlin verlangt bessere Angebote  

Im Übernahme-Rennen um Opel müssen die drei Bieter Magna, Fiat und Ripplewood ihre Konzepte nachbessern. Für die Verhandlungen bleibt nur wenig Zeit. Der bislang als Favorit geltende Autozulieferer Magna traf sich schon am Sonntag mit der Bundesregierung. von Peter Ehrlich (Berlin), Carina Groh (Hamburg)
In Berlin kommt am Montag erneut eine Ministerrunde zusammen, um über die Zukunft des Autobauers Opel zu beraten. Die Bundesregierung verlangt von den Interessenten für den Autobauer, an ihren Konzepten weiterzuarbeiten.
Als Favorit wird bislang der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna gehandelt. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung traf sich die Bundesregierung schon am Sonntag erneut mit dem Management des Unternehmens. An dem Gespräch im Kanzleramt habe neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Magna-Spitze auch zu Guttenberg teilgenommen, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollte bei dem Treffen ausgelotet werden, ob Magna zu weiteren Zugeständnissen für einen Einstieg beim angeschlagenen Autobauer bereit ist.
Bislang seien die Vorschläge der drei Bieter Magna, Fiat und Ripplewood unzureichend, meint Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Die Gefahr, dass die geforderten Steuergelder verloren gingen, sei zu groß, sagte der CSU-Politiker am Wochenende. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) teilt nach FTD-Informationen diese Bedenken. Denn Magna  verlangte, dass der Bund oder der Pensionssicherungsverein im Umfang von 3 Mrd. Euro Pensionsverpflichtungen gegenüber den Opel-Arbeitern übernehmen soll. Zudem fordert das Unternehmen von Bund und Ländern Bürgschaften über 4,5 Mrd. Euro.
Damit ist die Rettung von Opel weiter unsicher. Für die Verhandlungen mit den Bietern bleibt nur wenig Zeit. Die Koalition wolle sich bis Mitte der Woche auf einen bevorzugten Interessenten festlegen, sagte ein Regierungsmitglied. Die Entscheidung liegt dann beim Opel-Mutterkonzern General Motors  (GM) und der US-Regierung.
Die Bieter reagierten bereits auf den politischen Druck. Magna sagte, man könne über die Pensionslasten sprechen. Fiat -Chef Sergio Marchionne  sagte in mehreren Interviews, der neue Konzern Fiat/Opel müsse nur rund 10.000 Stellen abbauen, davon unter 2000 in Deutschland. Fiat reichte eine überarbeitete Version seines Sparplans "Phoenix" ein, die laut Regierungskreisen aber keine erheblichen Veränderungen enthält.

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