Porsche-Chef
Wendelin Wiedeking hat sich mit dem Golfstaat Katar über einen Einstieg bei der
Porsche Holding SE geeinigt. Das Emirat biete insgesamt rund 7 Mrd. Euro für den Kauf von Stammaktien und Optionen, berichteten die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die Nachrichtenagentur AP am Samstag übereinstimmend.
"Die Summe würde das Unternehmen nahezu entschulden", hieß es. Der Deal wäre "ein Befreiungsschlag für Porsche". Laut dpa ist das Angebot aus Katar bereits mit Porsche-Chef Wiedeking "endverhandelt." Über eine grundsätzliche Einigung zwischen Porsche und Katar berichten auch die "Stuttgarter Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung".
Volkswagen besserte derweil laut Magazinberichten sein Beteiligungsangebot für Porsche nach. Das Nachrichtenmagazin "Focus" meldete vorab, Niedersachsens Ministerpräsident
Christian Wulff kenne angeblich den neuen Beteiligungsvorschlag, bei dem die Porsche-Eigentümerfamilien weniger Steuern zahlen müssten. Statt bisher 3 bis 4 Mrd. Euro würde der Wolfsburger Autobauer "deutlich über vier Milliarden Euro bieten", heißt es in einem Bericht des "Spiegel".
Seit Monaten tobt ein Machtkampf zwischen VW und dem hoch verschuldeten Sportwagenbauer. Wiedeking gilt als Gegner eines Teilverkaufs des Autogeschäftes an VW und befürwortet den Katar-Einstieg. Sein Widersacher ist Porsche- Miteigentümer und VW-Patriarch Ferdinand Piëch, der Porsche in einen Gesamtkonzern integrieren will.
Der Porsche-Aufsichtsrat soll am 23. Juli über die Entschuldung des Unternehmens und die Zusammenarbeit mit VW entscheiden. Kreisen zufolge beraten die Erben des Firmengründers Ferdinand Porsche dabei über die mögliche Übernahme von 49,9 Prozent der Porsche AG durch Volkswagen und den möglichen Einstieg Katars bei der Obergesellschaft Porsche SE. Nicht ausgeschlossen sei, dass das künftige Unternehmensmodell eine Mischung aus beiden Varianten beinhaltet.