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Merken   Drucken   15.07.2009, 16:48 Schriftgröße: AAA

Ringen um Autobauer: Schlussakt im Poker von VW und Porsche  

Im Ringen um die Macht bei den Autobauern liegen die Nerven blank. Der Stuttgarter Hersteller will sich nicht kampflos in den VW-Konzern integrieren lassen - und hat einen Plan zur Entschuldung. Porsche weist Rücktrittsgerüchte um Chef Wiedeking als Mobbing zurück. von Gregor Haake (Hamburg)
Der Countdown läuft. Im Autodrama um die Zukunft von Volkswagen  und Porsche  hat der vorläufig letzte Akt begonnen. Dass die Nerven blank liegen, zeigen auch die Reaktionen auf Spekulationen über die Zukunft von Konzernchef Wendelin Wiedeking. Der Sportwagenbauer wies Meldungen als falsch und konstruiert zurück, dass Wiedeking das Unternehmen verlasse. "Das ist falsch und das ist Mobbing", sagte ein Sprecher am Mittwoch in Stuttgart und sprach von einer gezielten Falschmeldung. "Wendelin Wiedeking ist im Amt und bleibt im Amt."
Die "WirtschaftsWoche" hatte berichtet, der Manager würde das Unternehmen verlassen. Schon in Kürze werde über den Nachfolger entschieden. Kommissarisch solle ein Konzernmanager für das Amt gewonnen werden, der sowohl bei Porsche als auch bei VW Führungsaufgaben hatte.
"Das ist ein ganz hartes Dementi", sagte der Porsche-Sprecher. "Hier wird ein Medienkrieg geführt." Der Sprecher betonte, dass es auch noch keine Einigung der Familien Porsche und Piëch über die Zukunft des Sportwagenbauers und VW gegeben habe.
Derzeit gibt es mehr Fragen als Antworten: Übernimmt VW die Hälfte von Porsche oder schafft Wendelin Wiedeking  mit einem milliardenschweren Einstieg des reichen Wüstenstaats Katar und einer Kapitalerhöhung den Befreiungsschlag - und rettet damit seinen Posten? Auch eine Kampfabstimmung auf der Aufsichtsratssitzung von Porsche am 23. Juli scheint möglich.
Mit dem offenbar gefassten Plan einer fast kompletten Entschuldung in der Tasche bietet Porsche dem VW-Konzern die Stirn. Einen Tag vor dem Treffen der wichtigsten Köpfe bei der Feier zum 100-jährigen Jubiläum der VW-Marke Audi zeigte Porsche erneut, dass sich das Unternehmen nicht kampflos als zehnte Marke in den größten europäischen Autobauer einverleiben lassen will.
Ob der am Mittwoch bekanntgewordene Plan zum 10 Mrd. Euro schweren Befreiungsschlag mittels Kapitalerhöhung und Weitergabe von VW-Aktienoptionen gelingt, ist aber ungewiss. Denn auch der mächtige VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigner Ferdinand Piëch müssten dabei mitziehen. Ihm dürfte der Porsche-Plan jedoch gegen den Strich gehen.

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  • FTD.de, 15.07.2009
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