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  08.02.2010, 10:44    

Roaming für Batterien: Elektroautos bekommen einheitliche Stecker

Wer sein Elektrofahrzeug mit Strom versorgen will, hat es künftig leichter: Deutsche und französische Hersteller haben sich auf Stecker geeinigt - und auf ein einheitliches Abrechnungssystem.
Die deutschen und französischen Autokonzerne haben sich auf einheitliche Stecker zum Aufladen von Elektrofahrzeugen geeinigt. Das teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Wochenende mit. Vereinbart sei unter anderem auch ein Abrechnungssystem, das ein Aufladen im Nachbarland ermöglicht - vergleichbar mit dem Roaming im Mobilfunk. Das Verfahren soll nun grenzüberschreitend getestet werden.
Ein Vorbild für den neuen Standard: Der vom VDE mitentwickelte ...   Ein Vorbild für den neuen Standard: Der vom VDE mitentwickelte Ladestecker für Elektroautos
Der Ladestecker ist ein kompliziertes Stück Technik, das eine Schlüsselrolle für den Erfolg des Elektroautos spielt. Er muss nicht nur eine schnelle Aufladung der Batterie ermöglichen - an der normalen 220-Volt-Buchse hängen Elektroautos mehrere Stunden. Er regelt auch den Datenaustausch zwischen Bordcomputer und Ladestation. Dieser ist nicht nur nötig, damit die teuren Akkuzellen schonend geladen werden. Elektroautos müssen auch mit den Rechenzentren der Stromversorger kommunizieren, um von günstigen Tarifen zu profitieren. Zudem sollen Elektroautos beim Parken als Zwischenspeicher für Windstrom dienen.
"Mit dieser Initiative übernehmen Deutschland und Frankreich eine Vorreiterrolle", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann. Als Nächstes sei ein Test mit Elektrofahrzeugen in beiden Ländern geplant. "Der Flottentest wird zeigen, dass auch bei der Elektromobilität die Landesgrenzen in einem vereinten Europa keine Hindernisse mehr darstellen." Der Verband geht davon aus, dass sich der Standard auch in anderen europäischen Ländern durchsetzen wird.
Schon seit Monaten beraten Vertreter von Autoherstellern und Energieversorgern aus Europa, Japan und den USA über die Standardisierung des Stromanschlusses.
Elektroautos sind bisher mit wenigen Ausnahmen nur im Rahmen von Flottentests unterwegs. In Deutschland fördert die Bundesregierung acht Modellregionen, in denen Autobauer und Energieversorger die Technik unter Alltagsbedingungen testen - kein Hersteller weiß genau, welche Belastungen die junge Batterietechnik aushalten muss. So baut RWE  in Berlin 500 Ladestationen für 100 Elektroversionen von Daimlers  Kleinstwagen Smart; Vattenfall und BMW  testen in der Hauptstadt Elektro-Minis.
Bis Elektroautos in großer Zahl auf den Straßen unterwegs sind, dürfte noch mindestens ein Jahrzehnt vergehen. Der Bund hat in seinem "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" das Ziel gesetzt, 2020 eine Million elektrisch betriebene Fahrzeuge auf der Straße zu haben - etwa drei Viertel davon Hybridautos, die zumindest einen kleinen Vebrennungsmotor mitführen.
Batterieautos werden vorerst nur in Kleinserien produziert, meistens für Großkunden. Mitsubishi etwa liefert zunächst nur 1400 Stück seines 34.000 Euro teuren Kleinwagens i-Miev aus, Daimler 1000 Elektro-Smarts und 200 B-Klassen mit Brennstoffzelle. Peugeot will den i-Miev ab Oktober als iOn auf den Markt bringen. Mit Reuters, DPA
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