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Merken   Drucken   01.06.2009, 21:06 Schriftgröße: AAA

Ruf nach EU-Kommission: Frankreich fordert harte Auflagen für Opel-Rettung

Exklusiv Der Rüsselsheimer Autobauer wird künstlich am Leben erhalten - und Frankreich fürchtet Schaden für heimische Unternehmen. Deshalb fordert Wirtschaftsministerin Lagarde die EU-Kommission deshalb zu harten Einschnitten bei Opel auf.
von Wolfgang Proissl und Lutz Meier (Paris)

"Sollte es Beihilfen geben, die den Wettbewerb durcheinanderbringen und das Level Playing Field zerstören, muss Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes von Opel besondere Anstrengungen verlangen", sagte Lagarde der FTD am Freitagabend vor Opel-Einigung. Der Begriff "Level Playing Field" bedeutet "gleiche Voraussetzungen für alle".

Die Äußerung zeigt, dass die EU-Partner nicht bereit sind, für die Rettung der notleidenden General-Motors-Tochter Wettbewerbsverzerrungen für andere Hersteller zu akzeptieren. "Das darf nicht zum Nachteil der Wettbewerber geschehen, die sich besser verhalten und eine wirkungsvollere Strategie verfolgt haben", sagte Lagarde.

Die französische Finanzministerin Christine Lagarde   Die französische Finanzministerin Christine Lagarde

Dahinter steht auch die Sorge, dass der Abbau von Überkapazitäten die Autohersteller in Frankreich härter treffen könnte, wenn die Bundesregierung Opel-Werke künstlich erhält. Die beiden großen Pkw-Produzenten Frankreichs, Renault und PSA, bauen wie Opel vor allem Kleinwagen und Autos mittlerer Größe. Experten schätzen die Überkapazitäten der europäischen Autoindustrie auf rund 30 Prozent.

Die EU-Kommission muss die Staatshilfe für Opel genehmigen und kann Auflagen zum Kapazitätsabbau verhängen. Lagarde verwies darauf, dass die Kommission französische Staatshilfen für den Alstom-Konzern seinerzeit an harte Auflagen gekoppelt habe.

  • Aus der FTD vom 02.06.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
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