"Sollte es Beihilfen geben, die den Wettbewerb durcheinanderbringen und das Level Playing Field zerstören, muss Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes von Opel besondere Anstrengungen verlangen", sagte Lagarde der FTD am Freitagabend vor Opel-Einigung. Der Begriff "Level Playing Field" bedeutet "gleiche Voraussetzungen für alle".
Die Äußerung zeigt, dass die EU-Partner nicht bereit sind, für die Rettung der notleidenden General-Motors-Tochter Wettbewerbsverzerrungen für andere Hersteller zu akzeptieren. "Das darf nicht zum Nachteil der Wettbewerber geschehen, die sich besser verhalten und eine wirkungsvollere Strategie verfolgt haben", sagte Lagarde.
Dahinter steht auch die Sorge, dass der Abbau von Überkapazitäten die Autohersteller in Frankreich härter treffen könnte, wenn die Bundesregierung Opel-Werke künstlich erhält. Die beiden großen Pkw-Produzenten Frankreichs, Renault und PSA, bauen wie Opel vor allem Kleinwagen und Autos mittlerer Größe. Experten schätzen die Überkapazitäten der europäischen Autoindustrie auf rund 30 Prozent.
Die EU-Kommission muss die Staatshilfe für Opel genehmigen und kann Auflagen zum Kapazitätsabbau verhängen. Lagarde verwies darauf, dass die Kommission französische Staatshilfen für den Alstom-Konzern seinerzeit an harte Auflagen gekoppelt habe.