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  10.11.2009, 19:23    

Sanierung des Autobauers: GM legt Rettungsplan für Opel erst in Wochen vor

Neue Struktur, neuer Chef: GM schickt einen Aufräumer nach Europa und stellt Opel mehr Eigenständigkeit in Aussicht. Doch die Mitarbeiter müssen weiter bangen: Viel Staatsgeld wird es aus Deutschland nicht geben. Und einen Sanierungsplan hat GM auch nicht nicht parat. von Gregor Haake 
Opel erhält mehr Eigenständigkeit und einen neuen Chef. Der Brite Nick Reilly, Topmanager des Mutterkonzerns General Motors, wird vorübergehend die Verantwortung für das Geschäft von Opel und Vauxhall in Europa übernehmen. Gleichzeitig habe die externe Suche nach einem neuen Vorsitzenden für das Europageschäft begonnen, kündigte der US-Autokonzern am Dienstag an. Reilly folgt auf Carl-Peter Forster, der das Unternehmen verlässt und vermutlich zum Tata-Konzern wechselt.
GM stellt Opel zudem mehr Unabhängigkeit von der Konzernmutter in Aussicht. Allerdings wird der Sanierungsplan erst in Wochen vorliegen. Einige Dinge müssten noch geklärt werden. General Motors werde dabei auf die Vorhaben des Zulieferers Magna aufbauen. Der im Mai vorgelegte Sanierungsplan, der noch eine Schließung der Werke in Antwerpen und Bochum sowie einen vorübergehenden Produktionsstopp in Eisenach vorsah, sei nicht mehr aktuell.
Reilly sagte, die neue Führung von Opel müsse unabhängiger operieren, aber zugleich mehr Verantwortung übernehmen. Zugleich machte er deutlich, dass Opel auch in Zukunft in die Konzernstrategie von GM eingebunden bleibt: "Wir wollen nicht, dass die einzelnen Einheiten ihr eigenes Ding machen."
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Der Konzern hatte den Verkauf an ein Konsortium um Magna  und die russische Sberbank in der vergangenen Woche überraschend gestoppt und will Opel nun selbst sanieren. Dazu soll in Europa jeder fünfte Arbeitsplatz gestrichen werden.
Allerdings kann sich GM keine Hoffnung auf eine weitreichende Unterstützung der Bundesregierung machen. Der US-Konzern müsse zum Umbau seiner Europatochter selbst tief in die Tasche greifen, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag bei ihrer Regierungserklärung. "Gelingen kann diese Lösung nur, wenn General Motors den Hauptanteil der Restrukturierung mit eigenen Mitteln trägt."
Merkel lehnte dennoch Staatshilfen für Opel nicht generell ab. Bundes- und Landesregierungen würden alles Mögliche tun, um die vier deutschen Standorte zu sichern. Zugleich griff sie GM für den Umgang mit der deutschen Tochter scharf an und fühlt sich auch persönlich getäuscht. "General Motors war über Monate hinweg nicht in der Lage, seiner Verantwortung als Mutterkonzern von Opel auch nur annähernd gerecht zu werden."
Trotz der ablehnenden Haltung Merkels will GM noch im November und Dezember Gespräche mit europäischen Regierungen über Staatshilfen aufnehmen. Noch sei der US-Konzern dabei, nach dem Platzen des Opel-Verkaufs die Wogen zu glätten, sagte Konzernchef Fritz Henderson in Rüsselsheim. Sein Unternehmen benötige für den Umbau der Tochter 3 Mrd. Euro. Was die Grundlage für andere Schätzungen sei, könne er nicht nachvollziehen. Experten hatten bezweifelt, dass GM die Sanierung des eigenen Geschäfts und von Opel selbst stemmen kann und von Kosten von über 5 Mrd. Euro gesprochen.
Die Kehrtwende von GM bei Opel schlug auch in Russland hohe Wellen. Sberbank-Chef German Gref behielt sich nach dem Platzen des Verkaufs rechtliche Schritte vor. Zwar sei es Ziel der Bank, den Gang vor die Gerichte zu vermeiden. Das Institut sei dennoch auf eine juristische Auseinandersetzung vorbereitet.
Nach Angaben von Magna-Co-Chef Siegfried Wolf hat das Konsortium insgesamt rund 100 Mio. Euro zur Vorbereitung der Opel-Übernahme ausgegeben. Darunter fallen Beratungskosten sowie viele Stunden an geleisteter Arbeitszeit. Nach österreichischen Medienberichten will Magna das Geld von GM zurückfordern. Mit den Vorgängen vertraute Personen sagten jedoch: "Davon kann keine Rede sein."

Teil 2: Was GM schon zurückgezahlt hat

  • FTD.de, 10.11.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland
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