Der Streit um den schwedischen Autobauer Saab könnte der ehemaligen Mutter General Motors ein Nachspiel vor Gericht einbringen. Der niederländische Sportwagenhersteller Spyker forderte von GM in einer Klage 3. Mrd Dollar. Der Vorwurf lautet, General Motors habe Saab bewusst in die Insolvenz fahren lassen.
Spyker-Chef Victor Muller sagte der Nachrichtenagentur Reuters, GM habe gehofft, dass sein Unternehmen mit Saab untergehe. Das sei aber nicht geschehen. Der geforderte Schadenersatz gebe den Wert wieder, den Saab mit einem Einstieg eines chinesischen Investors gehabt hätte. Finanziert werde die Klage von einer dritten Partei, die bei Erfolg finanziell beteiligt werde, die Muller aber nicht nennen wollte. Ein GM-Sprecher wollte sich nicht zu dem Fall äußern.
Saab gehörte bis Anfang 2010 zu General Motors und wurde dann vom kleinen Sportwagenbauer Spyker übernommen. Im Dezember musste Saab nach mehreren Monaten ohne Produktion und Einnahmen aber Insolvenz beantragen. Als Grund hatte der niederländische Unternehmenschef und Mehrheitseigner Victor Muller den Rückzug des chinesischen Partners Youngman angegeben.
Vorausgegangen war die Verweigerung von Produktionslizenzen durch GM. In der Klage behauptet Spyker, die einstige Mutter habe Saab als potenziellen Wettbewerber im chinesischen Markt ausschalten wollen.
Saab war im Juni schließlich an ein chinesisch-japanisches Konsortium gegangen. Die Gruppe mit dem Namen National Electric Vehicle Sweden (NEVS) will sich auf den Bau von Elektroautos konzentrieren.