Der Verkauf des Autoherstellers Opel ist einem Medienbericht zufolge seit Jahresbeginn massiv zurückgegangen. Wie "Bild" (Freitagsausgabe) vorab unter Berufung auf Firmenkreise berichtet, sank der Absatz im ersten Halbjahr 2012 um rund acht Prozent. Ein Grund sei die Krise in Südeuropa, die zu deutlichen Verkaufseinbußen geführt habe. Das Management der Opel-Muttergesellschaft General Motors (GM) habe auch angesichts dieser Zahlen nicht mehr daran geglaubt, mit Karl-Friedrich Stracke an der Opel-Spitze die Wende zu schaffen, zitierte die Zeitung mit den Vorgängen vertraute Personen.
Am Donnerstag teilte GM mit, dass Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke sein Amt mit sofortiger Wirkung aufgeben muss. Er werde neue "Sonderaufgaben" übernehmen. Nach FTD-Informationen aus Konzernkreisen könnte der 56-Jährige künftig in Russland eingesetzt werden. Kommissarisch wird GM-Strategiechef Steve Girsky die Leitung des Europa-Geschäfts übernehmen. Er führt bereits den Aufsichtsrat von Opel und fällt die wichtigen Entscheidungen im Hintergrund.
Der Autoexperte und Leiter des CAR-Instituts, Ferdinand Dudenhöffer, rechnet mit einer deutlichen Verschärfung des Sparkurses bei Opel. "Jetzt kommt die knallharte Sanierung. Mitarbeiter werden rausgeschmissen, Werke geschlossen", sagte Dudenhöffer der Zeitung. Der Autoexperte schließt sogar eine Abwicklung des Unternehmens nicht aus. "Sogar der komplette Rückzug aus Europa ist denkbar", sagte Dudenhöffer.
Durch die ständige Sorge, Opel könne in Europa mindestens ein Werk schließen und weitere Arbeitsplätze streichen, wurde das Image der Marke stark beschädigt. Die Zukunft des Werks in Bochum mit mehr als 3000 Beschäftigten gilt über das Jahr 2016 hinaus weiterhin als offen.