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Merken   Drucken   31.07.2011, 21:33 Schriftgröße: AAA

Spezialkräfte für High-Tech-Autos: Porsche umgarnt Ingenieure aus China und Indien

Exklusiv Der Sportwagenbauer will die Zahl seiner Mitarbeiter erhöhen und erwartet einen Engpass bei Spezialkräften. Tausende zusätzlicher Fachkräfte werden gesucht, sagt Personalvorstand Thomas Edig im FTD-Gespräch. von Heimo Fischer  Stuttgart
Porsche  wappnet sich für einen Wettstreit um die besten Entwickler der Branche. "Wir merken, dass sich der Markt an dieser Stelle verengt", sagt Personalvorstand Thomas Edig der Financial Times Deutschland. Bei dem Sportwagenbauer steigt der Bedarf an Experten, da die Zahl der fast 14.000 Mitarbeiter bis 2018 um die Hälfte wachsen soll. Ein großer Teil soll schon in den nächsten Jahren hinzukommen, kündigt Edig nun an. "Es ist unser Ziel, bis 2014 unsere Belegschaft um jährlich mehr als 1000 zu erhöhen." Mehr als die Hälfte davon sollen Ingenieure sein - darunter auch Experten aus fernen Ländern wie China und Indien.
Kursinformationen und Charts
  Porsche 41,46 EUR  [-0.01 -0,02%
  Volkswagen 129,1 EUR  [-1.45 -1,11%
Die schrumpfende Zahl von Ingenieuren macht sich mittlerweile auch bei Luxusautobauern bemerkbar, die traditionell zu den beliebtesten Arbeitgebern zählen. Zwar haben sie noch keine Probleme, den Bedarf zu decken. "Das kann sich in den kommenden Jahren aber ändern", bestätigt BMW-Personalchef Harald Krüger. Hauptursache ist die niedrige Geburtenrate. Bislang sind es vor allem kleinere Unternehmen, die im Rennen um die besten Köpfe den Kürzeren ziehen. Laut dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) blieben im Juni in Deutschland mehr als 31.000 Stellen für Fahrzeug- und Maschinenbauingenieure unbesetzt.
Der Bedarf an Spezialisten steigt außerdem, weil die Hersteller an neuen Antriebstechniken arbeiten und die Modellpalette ausbauen. Porsche will zum Beispiel in zwei Jahren einen kleinen Geländewagen als fünfte Baureihe herausbringen. Dadurch soll sich der Absatz bis 2018 auf 200.000 Fahrzeuge verdoppeln. Außerdem stärkt der künftige Mutterkonzern VW  die Rolle des Porsche-Entwicklungszentrums in Weissach. Dort werden dieses Jahr voraussichtlich mehr als 400 Mitarbeiter eingestellt.
Die benötigten Fachleute sollen auch aus dem Ausland kommen. In erster Linie suchen Porsches Personalplaner in Europa - vor allem in deutschsprachigen Ländern. Aber nicht nur dort, präzisiert Edig. "Wir wollen auch Mitarbeiter aus China und Indien rekrutieren, da wir deren Know-how und deren Verständnis der Heimatmärkte brauchen." Das sei zum einen im Vertrieb wichtig, aber auch in der Entwicklung.
Während ein Porsche bislang vor allem für Europa und Nordamerika konzipiert wurde, muss das Modell heute auch Kunden in China gefallen. Die Märkte verschieben sich. Porsche hat im ersten Halbjahr in der Volksrepublik deutlich mehr als 10.000 Autos verkauft. "Damit ist China für Porsche größer als der deutsche Markt", sagt Edig. Eine Fertigung im Ausland schließt der Sportwagenbauer aus Stuttgart aber aus.
Autobauer suchen mittlerweile gezielt nach Fachleuten aus Asien. "Die Hersteller buhlen um Talente aus China, Indien und anderen Wachstumsmärkten", sagt Edig. Bei Porsche sollen zunächst allerdings nur eine Handvoll Experten aus diesen Ländern beginnen und ihren internationalen Blick einbringen.
Porsche lockt Fachkräfte aus dem In- und Ausland mit guten Gehältern, aber auch mit Weiterbildungsmaßnahmen. Die Mitarbeiter könnten künftig auch im VW-Konzern Erfahrung sammeln, sagt Edig - etwa an einem der Auslandsstandorte. Und er räumt ein, dass auch der Dienstwagen bei Porsche ein besonderer Anreiz sein könnte. "Das Gesamtpaket muss stimmen."
02:03:43 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Porsche 41,46 EUR   -0,02%  -0.01
Volkswagen 129,1 EUR   -1,11%  -1.45
  • Aus der FTD vom 01.08.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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