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  08.11.2009, 15:24    

Trotz Talsohle: Autobauer zittern 2010 entgegen

VW, BMW, Daimler: Deutschlands Fahrzeughersteller stehen vor einem Spagat. Sie müssen die Absatzkrise meistern und gleichzeitig in die Zukunft investieren. Zwischen Befürchtungen mischt sich aber auch Optimismus.

Die Automobilindustrie hat nach Einschätzung führender Vertreter die Talsohle durchschritten, steht aber vor großen Herausforderungen in der Zukunft. "Das Jahr 2010 wird schwieriger werden als das Jahr 2009", sagte VW -Chef Martin Winterkorn  der "Bild am Sonntag".
Kursinformationen und Charts
  Volkswagen 94 EUR  [-1.6 -1,67%
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"Bis wir wieder auf Volumina kommen, wie sie für 2011, 2012 prognostiziert waren, wird noch einige Zeit vergehen." Ähnlich äußerte sich der Chef des ebenfalls von der Absatzkrise gebeutelten Autobauers BMW , Norbert Reithofer . "Wir müssen momentan einen Spagat bewerkstelligen: Zum einen müssen wir die Wirtschaftskrise bestehen, zum anderen müssen wir weiter in die Zukunft investieren", sagte er.
Nach Reithofers Worten müssen die Autobauer mit ihren Investitionen inzwischen weiter nach vorne blicken als je zuvor. Als Beispiel nannte er die von der EU geplanten Grenzwerte für den Schadstoffausstoß. Diese Vorgabe dürfte vor allem die Hersteller von hochmotorigen Luxusautos beschäftigten.
Dazu gehört auch Daimler  mit seiner Nobelmarke Mercedes. Daimler-Chef Dieter Zetsche  äußerte sich in der "Bild am Sonntag" dennoch verhalten optimistisch: "Wir gehen davon aus, dass wir im Pkw-Bereich eine langsame, aber stetige Erholung der Weltwirtschaft vor uns haben."
Zuversichtliche Töne kamen am Sonntag auch von der internationalen Konkurrenz. Renault -Chef Carlos Ghosn  sagte auf einem Weltwirtschaftsforum in Neu-Delhi, es sehe ganz danach aus, dass die Autobranche ihren Tiefpunkt erreicht habe. Er rechne damit, dass 2010 weltweit wieder 60 Millionen Autos verkauft würden. Auch in diesem Jahr sei dies noch möglich, so der Manager weiter, der zugleich dem japanischen Autobauer Nissan  vorsteht.
Vor der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte der globale Markt noch ein Volumen von rund 70 Millionen Einheiten. In der Krise ist vor allem der US-Markt eingebrochen. In verschiedenen Ländern wurden zwar staatliche Programme wie die Abwrackprämie in Deutschland aufgelegt, um den Absatz anzukurbeln. Dennoch konnte die sinkende Nachfrage nach Neuwagen damit nur zum Teil aufgefangen werden. Profitieren konnten davon eher die Hersteller von Kleinwagen.
Im Zuge der Krise könnte China die USA noch in diesem Jahr als weltgrößten Automarkt ablösen. Ghosn sagte, vor allem in China, Indien, dem Nahen Osten und in den lateinamerikanischen Ländern rechne er damit, dass die Nachfrage wieder anziehen werde. "Europa und Japan werden aber 2010 noch ein hartes Jahr vor sich haben."
05:31:25 Kursinformationen und Charts
Name aktuell % absolut  
Volkswagen 94 EUR   -1,67%  -1.6
BMW 32,76 EUR   -1,33%  -0.44
Daimler 34,975 EUR   -0,95%  -0.335
Renault 31,99 EUR   -1,27%  -0.41
Nissan Motor 621 JPY   -2,82%  -18
  • reuters, 08.11.2009
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