Der kanadisch-österreichische Autozulieferer
Magna plant einem Zeitungsbericht zufolge im Falle eines Einstiegs bei
Opel den Erhalt aller deutschen Standorte. Bochum, Rüsselsheim und Eisenach seien für Magna alles interessante und effiziente Werke, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das Unternehmensumfeld. Auch das Opel-Werk Kaiserslautern solle nach ersten Plänen nicht geschlossen werden. An den Werken in Antwerpen in Belgien und Luton in Großbritannien festzuhalten, werde jedoch schwer, hieß es.
In den vergangenen Wochen hatte Magna Medienberichten zufolge die Absicht bekundet, zusammen mit dem russischen Autobauer GAZ und der russischen Sherbank bei der deutschen General-Motors-Tochter einzusteigen. Der italienische Automobilkonzern Fiat ist ebenfalls an einer Übernahme von Opel interessiert. Die Bundesregierung hat allen Interessenten für den Rüsselsheimer Hersteller eine Frist bis Mittwoch gesetzt, um ein Konzept vorzulegen.
Sollte Magna zum Zuge kommen, will der Konzern die Werke unter anderem durch die Produktion für andere Autobauer auslasten. In Rüsselsheim könnten künftig Opel-Autos produziert werden, aber eben auch andere Marken, heißt es im Umfeld von Magna nach Angaben der "Welt am Sonntag". Auch die "Automobilwoche" berichtet in ihrer am Montag erscheinenden Ausgabe, Magna wolle eine offene Plattform für eine Vielzahl von Autoherstellern schaffen. Die Autohersteller PSA und Ford hätten bereits Interesse an einer
Beteiligung geäußert, zitiert das Blatt einen Insider. Magna habe seit mehreren Wochen , heißt es vom Wolf-Vertrauten.
Der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz sprach sich unterdessen dafür aus, dass die neue Gesellschaft Opel/Vauxhall von der Rechtsform her eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Rüsselsheim sein solle. Sollte es dazu kommen, so gilt es als sicher, dass der frühere Opel-Chef und heutige Präsident von General Motors Europe, Carl-Peter Forster, die Verhandlungen mit dem Investor führen und die neue Gesellschaft leiten solle, schreibt die Zeitung.
Struck fordert mehr Einsatz von Guttenberg
SPD-Fraktionschef Peter Struck erwartet von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg mehr Engagement bei Opel. Der CSU-Minister müsse beherzter an die Rettung des Autobauers rangehen, sagte Struck der "Bild am Sonntag". Er müsse allen Beteiligten mehr Druck machen. "Wenn es um Tausende Arbeitsplätze und Milliarden Steuergeld geht, muss 24 Stunden am Tag an der Opel-Rettung gearbeitet werden."
Struck ließ erkennen, dass er Magna als Investor vorzieht. "Die Idee von Magna, auf die osteuropäischen Märkte abzuzielen, halte ich jedenfalls für sinnvoll. Da sind russische Firmen beteiligt, die Opel helfen können". Ob das Fiat-Konzept trage, wisse er nicht.
Die Bundesregierung ist bereit, Opel mit einem Treuhandmodell bis in den Herbst hinein Zeit für Verhandlungen mit einem potenziellen Investor zu verschaffen. Mit einem Treuhandmodell und einem staatlich verbürgten Bankenkredit hofft die Bundesregierung, Opel aus einem möglichen Insolvenzverfahren der Konzernmutter
GM heraushalten zu können, dass am 28. Mai eröffnet werden könnte.