Jetzt spricht sich auch der Verkehrsminister für eine staatliche Beteilung am Rüsselsheimer Konzern aus. Der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer stimmt zu. Die Alternative sei, dass "Opel mit Vollgas in die Mauer fährt". von David Böcking und Annette Berger
Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat sich für einen Einstieg des Staates beim angeschlagenen Autohersteller Opel ausgesprochen. "Die Länder Thüringen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Hessen, die Opel-Standorte haben, könnten sich an dem Unternehmen beteiligen - zumindest temporär", sagte Tiefensee dem "Hamburger Abendblatt". "Ich empfehle den Landesregierungen, sich diese Möglichkeit offenzuhalten." Ausdrücklich verwies der Minister auf das Modell Volkswagen. Das Land Niedersachsen hält am VW-Konzern rund 20 Prozent.
"Opel ist ein hervorragendes Unternehmen, das unglücklicherweise in den Strudel des amerikanischen Mutterkonzerns General Motors (GM) gezogen wurde", sagte Tiefensee. "Wir müssen zwingend die Arbeitsplätze in Deutschland so weit es geht erhalten. Das gilt auch für die Zulieferindustrie." Als weitere Möglichkeit nannte der Verkehrsminister staatliche Kredite und Bürgschaften.
Auch der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sprach sich in einer Analyse zur Situation bei Opel für staatliche Hilfen aus. Eine tragfähige Lösung könne nur durch eine Herauslösung aus dem GM-Konzern gefunden werden, schrieb Dudenhöffer. Dies sei "nur durch eine staatliche Beteiligung an Opel möglich". Zwar bleibe dies mit erheblichen Risiken belastet, angesichts der Bedeutung Opels für die deutsche Industriestruktur sei eine Beteiligung aber auch ordnungspolitisch zu verantworten. Handele der Staat jetzt nicht, laute die Alternative zuzuschauen, "wie Opel mit Vollgas in die Mauer fährt".
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