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Merken   Drucken   04.11.2011, 14:32 Schriftgröße: AAA

Vorgaben von Argentinien: BMW steigt ins Geschäft mit Reis und Leder ein

Der Münchner Autobauer erweitert unfreiwillig sein Portfolio: Die Regierung in Buenos Aires zwingt BMW dazu, künftig argentinische Produkte zu exportieren - sonst dürfte der Hersteller in dem Land keine Autos mehr verkaufen.
© Bild: 2010 ddp
Der Münchner Autobauer erweitert unfreiwillig sein Portfolio: Die Regierung in Buenos Aires zwingt BMW dazu, künftig argentinische Produkte zu exportieren - sonst dürfte der Hersteller in dem Land keine Autos mehr verkaufen.
Mit BMW  dürfen Kunden künftig nicht nur edle Karossen, sondern auch Reissäcke und Rinderhaut in Verbindung bringen. Denn der Münchner Autobauer wird diese Produkte künftig aus Argentinien exportieren. Was absurd klingt, hat einen ernsten Hintergrund.
Die argentinische Regierung will nämlich ihre Handelsbilanz aufmöbeln und verlangt deshalb von Luxusherstellern, die ihre Produkte in Argentinien verkaufen wollen, auch dort zu produzieren. Andernfalls müssen sie sich darauf einlassen, Waren vom selben Wert der Einfuhren wieder auszuführen.
Kursinformationen und Charts
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BMW hat kein eigenes Werk in Argentinien und hatte eigentlich auch nicht geplant, eines aufzubauen. Um die Regierung milde zu stimmen, verhandelte der Konzern dennoch lange - ohne Erfolg. Stattdessen suchte sich BMW einen Handelspartner und wird nun argentinisches Leder ausführen, das der Konzern für den Bezug seiner Modelle verwenden wird. Weil das in der Summe immer noch weniger ausmacht, als der Konzern einführt, lässt BMW ab 2012 auch Reis verschiffen.
Seit März hatte der Handelskonflikt das Geschäft von BMW in dem südamerikanischen Land gelähmt. Seither hängen zahlreiche Oberklasse-Wagen der Marken BMW und Mini beim Zoll fest. Die Wagen dürfen jetzt nach Argentinien eingeführt werden, sagte ein BMW-Sprecher.
Mit den Münchnern müssen sich mittlerweile 17 ausländische Autobauer den strengeren Vorgaben der argentinischen Regierung beugen. So entschieden sich bereits andere Fahrzeughersteller im Handelsstreit für ungewöhnliche Erweiterungen ihres Angebots: Die Stuttgarter Sportwagenschmiede Porsche  etwa exportiert Wein, der chinesische Autohersteller Chery Früchte, Hyundai  Erdnüsse und Mitsubishi  Mineralwasser.
Brasilien will mehr Autoproduktion ins Land holen
Und Argentinien ist nicht das einzige Land, das versucht, Hersteller aus aller Welt zum Aufbau von Produktionsstätten im eigenen Land zu drängen. So will Brasilien den Anteil seiner Autoproduktion mit Hilfe von höheren Importsteuern steigern. Weil der Markt dort rasant wächst, ist BMW gerade auf der Suche nach einem Standort in Brasilien. Eine Entscheidung soll noch in diesem Jahr fallen.
Das geplante Werk könnte dabei größer ausfallen als bislang angekündigt. War zunächst von einer sogenannten CKD-Fertigung, also der Endmontage anderswo vorgefertigter Teile, die Rede, hält BMW jetzt auch ein Vollwerk für möglich.
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  • FTD.de, 04.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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