Honda sieht die Zukunft der Autobranche nicht im batteriebetriebenen Elektromotor. Stattdessen will Honda in spätestens zehn Jahren mit Brennstoffzellenautos die Nachfrage nach sogenannten Nullemissionsautos bedienen, die kein als Klimakiller verrufenes Kohlendioxid (CO2) mehr ausstoßen. von Martin Kölling (Tokio)
"Wir erwägen zum jetzigen Zeitpunkt kein batteriebetriebenes Elektroauto", sagte Konzernchef Takeo Fukui am Mittwoch vor Journalisten in Tokio. Der japanische Konzern verzichtet damit auf Entwicklungen in der Batterietechnik, in der fast alle Wettbewerber angesichts endlicher Ölreserven die Zukunft des Autos sehen. Die Suche nach neuen Antriebstechniken ist wegen steigender Benzinpreise und härteren Klimaauflagen zur überlebenswichtigen Aufgabe für die Autobranche geworden.
In die Forschungsabteilungen von BMW, Daimler, Ford, General Motors (GM), Toyota oder Volkswagen fließen Milliarden, um neue Lösungen als Ersatz für den Verbrennungsmotor zu entwickeln. Derzeit sieht es nach einer Koexistenz verschiedener Antriebsarten aus: von schlanken Benzin- und Dieselmotoren über Hybridantriebe, die Verbrennungs- und Elektromotoren kombinieren, bis hin zu reinen Elektroautos, die mit Batterie oder Brennstoffzelle betrieben werden.
Dabei setzen Hersteller unterschiedliche Schwerpunkte, die in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle bei der Neuordnung des Automarkts haben könnten. So wetten beispielsweise Nissan, Mitsubishi oder GM bei ihrer Zukunftsstrategie vor allem auf kleine Elektroautos mit aufladbaren Akkus für den Stadtverkehr.
Honda vertraut der Brennstoffzelle. Brennstoffzellenautos stellen Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff her und geben als Abgas nur Wasser ab. Der Preis für derartige Modelle dürfte selbst bei größeren Stückzahlen horrend sein: Honda-Chef Fukui sagte, dass bei rund 100.000 $ eine große Nachfrage einsetzen könnte.
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