Aon-Chef Greg Chase will durch den Umzug nach London Steuern sparen
Von London aus kann Aon leichter in Asien und Osteuropa agieren, hat allerdings Nachteile in Lateinamerika. Für den gesamten europäischen Markt - Aon ist in Deutschland Marktführer - bedeutet der Aon-Umzug eine Aufwertung.
Ein weiterer Grund dürfte das juristische Umfeld in den USA sein. Dort stehen die Großmakler unter gesteigerter Beobachtung von Staatsanwälten und Versicherungsaufsehern. Nach einem Skandal, in dem die Behörden Marsh Betrug an Kunden vorwarfen, verboten sie den Großmaklern für viele Jahre umsatzbezogene Sonderprovisionen und legten ihnen weitere Beschränkungen auf.
Aon machte 2010 rund 40 Prozent des Umsatzes in den USA, elf Prozent in anderen amerikanischen Ländern, 16 Prozent in Großbritannien, 24 Prozent im restlichen Europa, dem Nahen Osten und Afrika sowie neun Prozent in Asien und der Pazifik-Region. Der Makler erzielte einen Umsatz von 8,3 Mrd. Dollar (6,6 Mrd. Euro) in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 und verdiente dabei 702 Mio. Dollar.
Unternehmenschef Case versucht, die negative PR-Wirkung des Wegzugs im wichtigsten Aon-Markt zu minimieren. In den USA werde Aon 2012 1000 Arbeitsplätze schaffen, in Chicago sollen 750 Angestellte mehr arbeiten als heute, sagte er. Nach London ziehen rund 20 Manager um.