"Im Zuge von Solvency II wird es zunehmend zu Bestandsübertragungen, Fusionen und Run-offs kommen", sagte Analyst Christof Wilczek. Solvency II heißt die EU-Richtlinie, die den Versicherern ein stärkeres Risikomanagement abverlangt.
Die Abwicklung von Lebensversicherern ist in Deutschland noch selten. Der bislang spektakulärste Fall war die Mannheimer Leben, die in der Aktienkrise 2001/02 ins Schleudern geriet und deren Bestand die brancheneigene Auffanggesellschaft Protektor übernommen hat. Diesen Fall zählt Assekurata nicht mit.
Neben der offiziellen Abwicklung gibt es auch den stillen Run-off, bei dem Unternehmen das Neugeschäft einfach einstellen. Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase wird es für Versicherer schwerer, konkurrenzfähige Verzinsungen anzubieten. Es sei unwahrscheinlich, dass die Unternehmen die Bestände im Run-off bis zum letzten Vertrag auslaufen ließen, sagte Assekurata-Geschäftsführer Reiner Will: "Viele Versicherer werden sicherlich Bestände übertragen."
Der Studie zufolge gewähren die Lebensversicherer ihren Kunden 2011 eine laufende Verzinsung im Schnitt von 4,08 Prozent nach 4,19 Prozent im Vorjahr. Rechne man weitere Komponenten wie den Schlussüberschuss hinzu, falle die Gewinnbeteiligung 2011 aber höher aus als im Vorjahr.