Markus Rieß, Chef der Allianz Deutschland, will 2012 bei den Autopolicen wieder zulegen
Rieß sagte, die neue Online-Strategie des Versicherers habe sich 2010 ausgezahlt. Die Allianz hatte ihren Online-Versicherer Allianz24 2009 geschlossen und war mit der neuen Internet-Marke Allsecur angetreten. Außerdem richtete der Konzern auf den Vertreter-Homepages Abschlussmöglichkeiten mit dem Schlagwort Allianz Auto Online Service (AAOS) ein. "AAOS hat einen Gesamtbestand von 110.000 Stück, nach 16.000 im Vorjahr, und AllSecur von 276.000 nach 222.000 erreicht", sagte Rieß. Dass die Gesamtzahl trotzdem zurückging, lag an deutlich weniger Abschlüssen der Vertreter ohne Internet-Unterstützung sowie im Firmenkundengeschäft, das etwa 30 Prozent des Volumens ausmacht.
Nach Angaben von Rieß hat zum Internet-Erfolg auch der Verkauf über Vergleichsportale wie Check24 beigetragen. Es sei aber unrichtig zu behaupten, die Allianz habe sich "Geschäft gekauft". Zur Provisionshöhe - Check24 berechnet typischerweise 60 Euro bis 100 Euro pro Vertrag - wollte er nichts sagen. Auch das wirtschaftliche Ergebnis in der Autoversicherung wollte Rieß nicht nennen.
Rieß sagte, die Allianz stärke als Maßnahme gegen den Kundenabrieb die Schadenbearbeitung. Dort habe der Konzern 150 neue Stellen geschaffen, bei insgesamt 2500 Schadenbearbeitern. Jeder Vertreter könne wie die Innendienstmitarbeiter genau verfolgen, wo ein bestimmter Vorgang gerade sei. "Unser Ziel ist primär, dass wir schneller werden", sagte Vorstandsmitglied Severin Moser. "Schäden, die wir rasch erledigen, sind auch günstiger." Künftig verspricht das Unternehmen Kunden 30 Euro bar, wenn ihr Kaskoschaden nicht innerhalb von fünf Tagen nach Eingang der vollständigen Unterlagen bearbeitet ist.