Wer die Beiträge seiner privaten Krankenversicherung zahlt, denkt dabei wohl eher selten an Euro-Krise oder Rettungsaktionen. Vielleicht ändert sich das aber, wenn die Versicherer bald wieder ihre Beiträge erhöhen. Letzteres ist zwar in den vergangenen Jahren schon fast zur Gewohnheit geworden, diesmal aber steckt dahinter ein branchenweiter Offenbarungseid - der lautet: Wir schaffen das einfach nicht mehr mit unserer alten Kalkulation. Nicht in diesem Niedrigzinsumfeld, das wegen Euro-Krise und Rettungspolitik noch unabsehbar lange so erhalten bleiben wird.
Wie die Lebensversicherer leidet auch die private Krankenversicherung (PKV) unter dem gegenwärtigen Anlagenotstand. Die Minizinsen an den Kapitalmärkten - insbesondere für als immer noch relativ sicher eingestufte Kapitalanlagen - werfen die Kalkulationsgrundlagen der PKV über den Haufen. Das Geld, das die Versicherer als Altersrückstellungen für ihre Kunden zurücklegen, rentiert nicht so hoch wie versprochen. Anders ausgedrückt: Für die geschätzten künftigen Krankheitskosten der Versicherten müssten heute eigentlich schon sehr viel mehr Beitragsmittel zurückgestellt werden als gedacht. Ein Rechnungszins von 3,5 Prozent, wie er bisher von den meisten Versicherern als Verzinsung auf das angesparte Geld garantiert wird, ist jedenfalls inzwischen Traumtänzerei geworden.
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Es ist deshalb sinnvoll und richtig, wenn Deutschlands Versicherungsmathematiker eine Absenkung des Rechnungszinses in der PKV fordern. Auch wenn das unweigerlich massive Beitragserhöhungen zur Folge haben wird.
Da aber kein Versicherer zur Absenkung des Rechnungszinses (und damit zur Beitragserhöhung) gezwungen wird, kann aus der gebotenen Anpassung an die Kapitalmarktwirklichkeit schnell ein Wettbewerbsnachteil werden. Dann konkurrieren vorsichtige Versicherer mit leicht überoptimistischen Gesellschaften - die Kunden aber erkennen nur, dass die Beiträge beim einen höher als beim anderen sind.
Sinnvoller ist es, den Höchstrechnungszins für alle PKV-Versicherer abzusenken, wenn dies versicherungsmathematisch geboten erscheint. Das müsste die Bundesregierung tun, so wie es zuletzt auch bei den Lebensversicherern getan wurde. Denn es ist gerade die Unsicherheit über künftige Kosten und deren Bewältigung, die Kunden an die Versicherer delegieren. Da möchten sie keine Überraschungen erleben, wenn es um die künftige Stabilität ihrer Versicherer geht. Richtig ist jedoch, dass die PKV so insgesamt noch mehr an Attraktivität verlieren wird. Egal ob die Anpassung an die Minizinsen freiwillig erfolgt oder per Verordnung. Klar ist: Die auf Kapitaldeckung basierende Vorsorge wird in Finanzkrisenzeiten noch einige Kollateralschäden erdulden müssen.
Ich wundere mich ehrlich gesagt, das die FDT die eventuelle Absenkung des Garantiezinses als neues großes Problem für die PKV benennt...Viel wichtiger ist das es Anfang 2013 zu massiven Tarifschließungen im Bestand aller PKV en kommen wird, aufgrund der Einführung der Uni Sex Tarife! Jeder PKV versicherte sollte dann mit seiner Gesellschaft spechen um zu erfahren ob sin bestehender Tarif in die neue Tarifwelt überführt worden ist, oder ob dieser Tarif geschlossen wurde. Geschlossene Tarife bedeuten eine Vergreisung des Versichertenkollektivs und damit einhergehende massive Beitragserhöhungen. Viele Gesellschaften werden sich an dieser Stelle ihrer Einsteigertarife entlediegen und ein Wechsel in einen besseren Tarif wird aller Vraussicht einen Wechsel in die Uni Sex Tarifwelt bedeuten (für Männer etwa 40% teuerer)!!!