Auch der Verband der Betriebskrankenkassen schätzt die Wahrscheinlichkeit einer Fusion eher skeptisch ein - obwohl es die bevorzugte Lösung ist. "Ich möchte keine Prognose abgeben, ob es mit der Fusion klappt", sagte Verbandssprecherin Christine Richter. "Viele fragen sich, wie viel Solidarität wir uns noch leisten können." Hinter vorgehaltener Hand heißt es bei den Kassen schon mal, man solle "dem schlechten Geld nicht noch gutes hinterherwerfen".
Doch auch eine Pleite würde zur Belastung für alle verbleibenden Betriebskrankenkassen. Denn wird eine Krankenkasse geschlossen, haften die Kassen der gleichen Art - in diesem Fall 128 andere Betriebskrankenkassen - für deren Verbindlichkeiten. Viele BKK fürchten den Dominoeffekt: Wenn sie wegen der Kollektivhaftung Zusatzbeiträge erheben müssen, würden auch ihnen die eher mobilen, jüngeren Mitglieder weglaufen, was dann wiederum ihre Finanzlage verschlechtert.
Die mögliche Insolvenz der BKK für Heilberufe sorgt bei den anderen Betriebskassen außerdem für zusätzlichen Ärger, weil diese erst zum 1. Januar ihren Zusatzbeitrag von zuvor durchschnittlich 15,72 Euro auf 10 Euro gesenkt hatte. Das war als Zeichen für eine erfolgreiche Sanierung der Kasse gedeutet worden.