Zusammenbruch, Übernahme, Verstaatlichung. Viele Finanzdienstleister kämpfen ums blanke Überleben. Die Geschäftsaussichten sind verheerend. Da erscheint die am Dienstag veröffentlichte Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) wie der lang ersehnte Hoffnungsschimmer.
Das Vertrauen der Verbraucher in die Geldhäuser hat aufgrund der Finanzkrise gar nicht so stark gelitten - so zumindest interpretiert das DIA, eine Tochter der Deutschen Bank, das zentrale Ergebnis. Zu den weiteren Gesellschaftern zählen eine Fondsgesellschaft, eine Bausparkasse und ein Versicherungskonzern. Zur privaten Altersvorsorge befragt gaben nur 25 Prozent an, dass ihre Sorge gestiegen sei. Allerdings verschweigt die Studie, dass nur etwa die Hälfe der Deutschen überhaupt privat vorsorgt. Der anderen Hälfte dürften die Auswirkungen der Krise auf die private Rente egal sein.
Seltsam mutet auch ein weiteres Ergebnis an: 46 Prozent der 1032 Befragten gaben an, sich wegen der Finanzkrise verstärkt um ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu sorgen. Ausgerechnet. Denn die gesetzliche Rentenversicherung finanziert sich durch Beiträge, ist vom Kapitalmarkt unabhängig und hat mit Spekulation nichts am Hut.
Ganz im Sinne der Eigenvermarktung fällt auch das nächste Resultat aus: Laut Untersuchung planen 22 Prozent der Erwerbspersonen in Deutschland, nächstes Jahr Geld für die Altersruhe zu sparen. Deutlich mehr als zuvor. "Dieser Meinungsumschwung hat in den Geschäftszahlen der Finanzdienstleister noch keinen Niederschlag gefunden", sagt der DIA-Sprecher. Das heißt, Fonds, Lebensversicherungen, Bausparen - der Deutschen Vorsorgelieblinge - werden bald wieder gefragt sein. Vielleicht nur, weil viele Menschen im Börsencrash ihre Altersvorsorge verloren haben? Egal! Der Finanzbranche winken lukrative Geschäfte.