Die Managerhaftpflichtversicherer der
Deutschen Bank werden sich nach Ansicht von Branchenkennern wahrscheinlich nicht an der Finanzierung des Vergleichs mit den Kirch-Erben beteiligen. "Ich gehe davon aus, dass die Versicherer die Zahlung ablehnen werden", sagte der auf Managerhaftpflichtpolicen spezialisierte Düsseldorfer Versicherungsmakler Michael Hendricks. Die Versicherer hätten schon bei Aufkommen des Falls erklärt, dass sie keine Deckung geben.
Mit den auch Directors and Officers Liability (D&O) genannten Policen sichern Unternehmen ihre Führungskräfte gegen Haftungsansprüche ab, die im Zuge ihrer Berufsausübung entstehen. Damit wollen sie verhindern, dass Manager aus Angst vor Konsequenzen für ihr persönliches Vermögen zaudern, Entscheidungen zu treffen. Die D&O-Police der Deutschen Bank hat eine Deckungssumme von 500 Mio. Euro.
Bei Verträgen dieser Größenordnung sind stets mehrere Anbieter beteiligt. Bei der Deutschen-Bank-Police sind mindestens sechs Versicherer an Bord, darunter
Zurich und
Allianz . Sie sollen dafür haften, dass der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer 2002 in einem Interview die Kreditwürdigkeit des Medienunternehmers
Leo Kirch anzweifelte. Kirch führte den Zusammenbruch seines Imperiums darauf zurück. Der Bundesgerichtshof hatte ihm teilweise recht gegeben und die Deutsche Bank und Breuer für schadensersatzpflichtig erklärt.