Die wackelige Konjunktursituation wird auch 2013 die Kreditversicherer hohe Millionenbeträge kosten, glaub Ralf Meurer, Deutschlandchef der Euler Hermes und Vorsitzender der Kommission Kreditversicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft.
Kreditversicherer decken Unternehmen gegen das Risiko ab, dass ihre Kunden insolvent werden. Die größten Anbieter sind die Allianz-Tochter Euler-Hermes, Atradius und Coface.
2012 zahlte die Branche allein für Schlecker, Neckermann und Petroplus 183 Mio. Euro, berichtete Meurer. "Bei Schlecker allein lagen die angemeldeten Forderungen weit über 300 Mio. Euro", sagte er. Doch hätten Lieferanten Eigentumsvorbehalte angemeldet gehabt und einen Teil der bereits an Schlecker ausgelieferten Waren zurückholen können. Schlecker allein belastete die Branche mit 100 Mio. Euro. Außerdem trafen Insolvenzen in der Solarbranche die Versicherer.
Kein Wunder, das in der Warenkreditversicherung die Leistungen um 75 Prozent von 370 Mio. Euro auf 646 Mio. Euro anstiegen, während die Prämien moderat um 1 Prozent auf 876 Mio. Euro zunahmen. Über alle Sparten, also einschließlich Kautions- und Vertrauensschadenversicherung, stiegen die Prämien um 2 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro.
Trotz der Großschäden gelingt es den Versicherern nicht, die Preise deutlich zu erhöhen. "Wir haben einen sehr gesunden Wettbewerb im Markt, die Preise sind in der Summe eher nach unten gegangen 2012", sagte Meurer. Eine Trendwende sei für 2013 noch nicht zu erkennen. Mit einer Schaden- und Kostenquote von 98 Prozent der Beiträge ist die Branche auch noch knapp im Plus. Dabei hatten die Rückversicherer, die mehr als 50 Prozent der Risiken übernehmen, 2012 mehr zu leiden als die Erstversicherer, die direkt mit den Endkunden abschließen. Folgen Sie Herbert Fromme auch auf Twitter