Höherer Gewinn:Hannover Rück macht Kasse bei Anleihen
Dank eines guten Kapitalanlageergebnisses schraubt der Rückversicherer seine Gewinnprognose für 2011 nach oben. Damit kommt die Hannover Rück zumindest zeitweise auf Augenhöhe mit dem deutlich größeren Weltmarktführer Munich Re.
von Herbert Fromme
Der weltweit drittgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat seine Gewinnerwartung für 2011 übertroffen. Statt wie bisher angegeben mindestens 500 Mio. Euro habe das Unternehmen rund 600 Mio. Euro verdient, teilte es am Montag mit. 2010 hatte der Gewinn noch bei 749 Mio. Euro gelegen. Das Jahr 2011 war durch zahlreiche Naturkatastrophen gekennzeichnet. Detaillierte Zahlen will das Management am 14. März nennen.
Für das gute Ergebnis hätten vor allem die Kapitalerträge gesorgt. Hannover Rück hat im großen Stil höher verzinste Staatsanleihen aus früheren Jahren mit Gewinn verkauft und damit stille Reserven gehoben. Die freien Mittel investierten die Hannoveraner bevorzugt in Unternehmensanleihen. Hannover Rück gehört zu knapp über 50 Prozent dem Versicherungskonzern Talanx, der an die Börse will. Positive Nachrichten von der Tochter sind daher sehr wichtig. Hannover Rück sagte, die neue Gewinnzahl berücksichtige 196 Mio. Euro Schäden für eigene Rechnung aus den Fluten in Thailand.
Damit kommt die Hannover Rück zumindest für 2011 auf Augenhöhe mit dem deutlich größeren Weltmarktführer Munich Re, der im vergangenen Jahr nur 710 Mio. Euro verdiente, ein Rückgang um 70 Prozent.
Die Hannover Rück hatte sich vor zwei Wochen optimistisch über die Aussichten für 2012 geäußert. In den Vertragsverhandlungen Ende 2011 für das laufende Jahr erzielte die Gesellschaft in fast allen Geschäftsbereichen der Schaden-Rückversicherung steigende Prämien. Die Preise in der Schaden-Rückversicherung seien um drei bis sechs Prozent höher als noch 2011, so der Rückversicherer.
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