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09.05.2011, 04:00
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Kassenpleite:
Krankenversicherer wimmelt Senioren ab
Exklusiv
Mit der City BKK ist die erste gesetzliche Kasse nach der Gesundheitsreform zahlungsunfähig. Insbesondere ältere dort Versicherte stoßen bei der Suche nach einem neuen Anbieter auf Schwierigkeiten - besonders bei einer Hamburger Kasse mit "exzellenter Finanzstabilität".
von Fabian Löhe, Berlin
Die fast 140.000 Mitglieder der wirtschaftlich zugrunde gegangenen gesetzlichen Krankenkasse City BKK haben teilweise Probleme bekommen, in eine neue Kasse zu wechseln. So wimmelt etwa die Hanseatische Krankenkasse (HEK) aus Hamburg vor allem Alte ab - obwohl sie gesetzlich verpflichtet ist, sie aufzunehmen.
Nach FTD-Informationen wird Senioren von der HEK-Servicehotline nahegelegt, sich stattdessen nach einem Versicherer aus der Gruppe der Betriebskrankenkassen umzuschauen, zu der auch die City BKK gehört. Als Begründung wird angegeben, für eine Mitgliedschaft bei der HEK müssten zunächst die Rabattverträge mit den Arzneimittelherstellern überprüft werden, sodass Patienten nicht mehr unbedingt ihre gewohnten Medikamente behalten könnten. Zudem müsse ein möglicherweise ungünstigeres neues Gutachten über die Pflegestufe erstellt werden. Auch könne der Wechsel ziemlich lange dauern, hieß es bei einem Team, das nach Auskunft der allgemeinen Servicehotline "extra für Interessenten von der City BKK" eingerichtet worden ist.
Senioren werden von der Hanseatischen Krankenkasse abgewimmelt
Laut Gesetz sind Versicherte der City BKK bei der Auswahl der neuen Kasse frei: Niemand darf abgelehnt werden. Alle bisherigen Leistungen müssen von der neuen Kasse übernommen werden. Dies gilt auch für mitversicherte Angehörige.
Die City BKK war in die Verlustzone geraten, als sie 2010 wie andere Kassen einen Zusatzbeitrag einführte. Gerade junge Mitglieder verließen daraufhin die Kasse, was deren Lage noch verschlimmerte. Zu Jahresbeginn erhöhte die Kasse den Zusatzbeitrag noch einmal um 7 auf 15 Euro. Allein deshalb kündigten 20.000 Versicherte - das Todesurteil für die Kasse. Die 120 Betriebskrankenkassen haften für alle Verbindlichkeiten der City BKK. Nach ersten Schätzungen geht es um 135 bis 150 Mio. Euro.
Teil 2: "Abschreckung" liegt in der Logik des Systems
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FTD.de, 09.05.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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