Social Media birgt große Potenz
Social Media, also Internetforen und -portale, über die sich Nutzer austauschen, werden auch für die Gesundheitswirtschaft zu einem wichtigen Kommunikationsfaktor. Dort spielt sich künftig das Leben ab - und auch der Umgang mit den Versicherten. Das zumindest glauben 61 Prozent der befragten Kassenvertreter.
Zu diesem Ergebnis kommt das sechste FTD-Entscheiderpanel, ein gemeinsames Projekt der Financial Times Deutschland und der Unternehmensberatung B-Lue Management Consulting, für das über 250 Entscheider der Gesundheitswirtschaft befragt wurden. "Social Media hat Potenzial - für die Imagepflege, das Recruiting, aber auch, um Versicherte über Gesundheitsthemen aufzuklären", sagt Karl Liese, Geschäftsführer von B-Lue Management Consulting.
Twitter, Facebook, StudiVZ oder Youtube - die neuen Kommunikationsformen werden auch von Versicherten genutzt. Allerdings noch nicht von vielen Kassen. Die TK hat in diesem Feld aufgerüstet, sie unterhält seit 2009 einen Kanal bei Youtube, in dem die Kasse kurze Filme hinterlegt, beispielsweise wie man auch mit Diabetes fit bleibt. Auf Facebook plaudert die Kasse erst seit März 2011 mit Versicherten und informiert in kurzen Botschaften über das Portal Twitter. Es gebe Mitarbeiter für diesen Bereich und auch ein Budget - doch darüber möchte die Kasse nicht sprechen. Zu unsicher sei dieser Bereich, allerdings solle er langfristig weiter ausgebaut werden, heißt es bei der TK. Bisher hat die Facebook-Seite der Kasse rund 6000 Nutzer. Die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) hat rund 2300 Fans. Andere Kassen sind auf diesen Plattformen noch gar nicht vertreten oder pflegen die Seiten nur unregelmäßig.
"Ein Großteil der Versicherungen ist noch nicht so weit", sagt Hendrik Speck, Professor an der Fachhochschule Kaiserslautern für Informatik. Er hat untersucht, wie Versicherungen Facebook & Co. bisher nutzen. "Es gibt noch keine übergreifende Strategie der Unternehmen."