Ageas will sich als Nachfolger von Fortis in Deutschland etablieren
Die Nettoverträge enthalten keine Provisionen und vertrieblichen Abschlusskosten. Stattdessen bezahlt der Kunde den Vermittler direkt mit einem Honorar. Schon 2009 hatte der Versicherer eine Tochter namens Honorarkonzept gegründet. Über sie können Makler Kunden eine Beratung gegen Gebühr anbieten und Verträge mit Netto-Tarifen vertreiben.
Inzwischen arbeite Ageas mit rund 800 Honorarberatern und -vermittlern zusammen, sagt Dreibrodt. Zwei Drittel des Neugeschäfts bei komme inzwischen über diesen Weg. Der Anteil soll noch weiter steigen. Einen neuen Berufseinsteiger-Tarif, an dem die Gesellschaft derzeit arbeitet, soll es nur noch als Netto-Vertrag geben.
Das Geschäftsmodell ist nicht unumstritten. Experten kritisieren, dass die Honorarvermittlung für den Kunden zu einer Belastung werden kann, wenn er den Versicherungsvertrag früh kündigt. Bei der Beratung auf Provisionsbasis muss der Vermittler dann einen Teil der Provisionen zurückzahlen, bei der Honorarvariante wird die Vergütung dagegen auch beim Storno des Vertrages fällig.
Komplett von den Provisionen lassen will Ageas-Chef Dreibrodt nicht. So hat der Versicherer noch Restschuldversicherungen im Programm, die er auch künftig mit Provision verkauft werden. "Wir sehen das Thema undogmatisch. Wenn jemand nach Brutto-Verträgen fragt, werden wir uns nicht sperren", sagt er.