Unbekannte SchädenSchwierig ist der Kauf der Deckung nach wie vor für Unternehmen mit besonderen Risiken. Dazu gehören anstehende Fusionen oder Aktivitäten auf dem amerikanischen Markt, weil hier die Gefahr erfolgreicher Klagen, etwa von Aktionären, hoch ist.
Eine Bank ohne Geschäft in den USA zahlt für eine Deckung von 100 Mio. Euro zum Beispiel im Schnitt 1,3 Mio. Euro, ist sie dort tätig, verdoppelt sich die Prämie. Schätzungen über die Beitragseinnahmen in Deutschland bewegen sich zwischen 300 Mio. Euro und 500 Mio. Euro.
Über die Höhe und Zahl der Schäden schweigen sich die Versicherer hartnäckig aus. Große Gesellschaften behaupten aber gerne, dass sie in der D&O-Sparte schwarze Zahlen schreiben. Gleichzeitig bauen sie für Manager eine diffuse Drohkulisse auf, die zu steigender Nachfrage führt. Nur wenige Schäden werden bekannt, etwa der Fall des DaimlerChrysler-Chefs Jürgen Schrempp.
DaimlerChrysler musste 300 Mio. $ - nach heutigem Wechselkurs 240 Mio. Euro - an verärgerte Aktionäre zahlen, die sich bei der Chrysler-Übernahme übergangen fühlten. Von seinen D&O-Versicherern will der Konzern 200 Mio. Euro für den Schaden und streitet sich mit der Mehrzahl der Gesellschaften vor Gericht.