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Merken   Drucken   21.09.2011, 11:56 Schriftgröße: AAA

Marktforschung: Deutsche Mittelschicht fühlt sich gut abgesichert

Laut einer Studie der Gothaer hat das Bürgertum mehrheitlich keinen Bedarf nach weiterem Versicherungsschutz. Das Unternehmen will deshalb noch mehr für die aus seiner Sicht wichtigen Policen werben. Dazu gehört die Pflegezusatzversicherung. von Jonas Tauber
Fast die gesamte deutsche Mittelschicht fühlt sich optimal versichert. Das ist ein Ergebnis einer neuen Studie der Gothaer und des Marktforschungsunternehmens Forsa. Das Versicherungsunternehmen, das mit seiner Produktpalette gerade auf Menschen zielt, die weder arm sind noch reich, hält das für eine Fehleinschätzung.
82 Prozent der 1.000 Befragten sind davon überzeugt, weder zu wenige noch zu viele Versicherungen zu haben, zehn Prozent halten sich für über-, sieben Prozent für unterversichert. Ein Trugschluss, glaubt Ulrich Neumann, bei der Gothaer zuständig für den Maklervertrieb. "Unser Eindruck ist genau anders herum." Von den 18 bis 29-Jährigen sagten immerhin zehn Prozent, sie hätten zu wenig Versicherungen.
Die neue Studie definiert Zugehörigkeit zur Mittelschicht auch ...   Die neue Studie definiert Zugehörigkeit zur Mittelschicht auch über Bildung
73 Prozent halten die Privat-Haftpflichtversicherung für unentbehrlich, es folgen die Hausratversicherung mit 37 Prozent, die Krankenversicherung mit 29 Prozent und die Rentenversicherung mit 25 Prozent. Auch der Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsschutz ist für immerhin 22 Prozent unverzichtbar. An drittletzter Stelle erst steht die Pflegezusatzversicherung mit nur einem Prozent. Hier müsse noch viel Arbeit geleistet werden, um die hohe Bedeutung dieser Police publik zu machen, so Neumann.
Eine sichere Rente gehört für 56 Prozent der Befragten zu den sehr wichtigen Themen der Gegenwart. Danach befragt, wie sie vorsorgen, nannten 50 Prozent eine Kapitallebensversicherung, 48 Prozent Immobilienanlagen und 46 Prozent ein Sparbuch. Nur 41 Prozent greifen auf eine Riester-Versicherung zurück. Neun Prozent haben nichts davon, sind also potentielle Kunden.
Anders als bisherige Studien definiert die neue Erhebung Mittelschicht nicht über Einkommen allein, sondern zusätzlich über Bildungs- und Berufsstand, erläutert der Forsa-Geschäftsführer Joachim Koschnicke. Je nachdem, wo ein Befragter innerhalb eines der drei Segmente steht, bekommt er Punkte. Erreicht die Summe eine Mindestanzahl, wird er zur Mittelschicht gezählt. Bei einer Erhebung allein über Einkommen wären zum Beispiel Uni-Absolventen, die kurz vor dem Berufsstart stehen, aber gerade ein Praktikumsgehalt bekommen, aus dem Raster gefallen.
Allerdings definiert die Studie keine maximale Punktzahl. Entsprechend grenzt sie die Mittelschicht zwar nach unten, nicht aber nach oben ab.
  • FTD.de, 21.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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