Die Industrie und ihre Versicherer sollten über einen "Transparenzpakt" nachdenken. Das sagte Stefan Sigulla, Versicherungschef bei
Siemens und Vorsitzender des Deutschen Versicherungsschutzverbandes, am Mittwochmorgen bei der jährlichen Industrieversicherungstagungung des Verbandes. Er vertritt die Industrie in Versicherungsfragen.
Nur der transparente Umgang mit Informationen könne zu besserem Risikoschutz und entsprechenden Prämien führen, sagte Sigulla. Die Versicherer argumentierten damit, dass sie mehr Risiken decken können, wenn sie mehr wissen. "Wenn man mehr Deckung mit mehr Transparenz bekommt, wäre ich bereit für einen solchen Pakt", sagte er vor den knapp 600 Teilnehmern der Tagung in München. Das schließe auch die Offenheit der anderen Marktseite und auch der Makler ein. "Auch die müssen einwilligen."
Er nahm Stellung zu Forderungen der Makler nach Servicegebühren oder besonderen Provisionen. "Für mich gibt es da nicht gut und böse", sagte er. "Für mich gibt es da nur die Frage nach der Transparenz."
Versicherer, Industrie und Makler müssten in der Abmachung festlegen, wer welche Tätigkeit für wen erledigt, und welche Gegenleistung er dafür bekommt.
Mehr Transparenz sei auch verlangt, wenn Makler Risiken in Pools zusammenfassten und nur bei einzelnen Versicherern platzierten. "Das ist für mich näher am Agenten als am Makler. Auch hier äußere ich meine Bitte, mit mehr Transparenz zu agieren."