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Merken   Drucken   29.12.2008, 14:31 Schriftgröße: AAA

Naturkatastrophen: Rückversicherer hoffen auf Klimaschutz

Die Münchener Rück reiht sich unter die Klimaretter ein und warnt vor immer schlimmeren Naturextremen. Kein Wunder: Laut einer Studie des Versicherungskonzerns war 2008 eines der teuersten Jahre für die Branche.

Wegen der Erderwärmung müssen sich die Menschen auf immer mehr und schlimmere Naturkatastrophen einstellen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Rückversicherers Münchener Rück . "Der Klimawandel hat bereits eingesetzt und trägt mit großer Wahrscheinlichkeit zu immer häufigeren Wetterextremen und dadurch bedingten Naturkatastrophen bei", sagte Konzernvorstand Torsten Jeworrek. "Diese wiederum richten immer größere Schäden an."

Der Manager drängte die Politik zu raschem Handeln gegen die fortschreitende Erderwärmung. "Auf dem nächsten Klimagipfel in Kopenhagen muss ganz klar der Weg zu einer mindestens fünfzigprozentigen Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis 2050 mit entsprechenden Meilensteinen festgeschrieben werden. Bei zu langem Zögern wird es für künftige Generationen sehr teuer", warnte Jeworrek.

Drittschlimmstes Jahr der Geschichte

Im zu Ende gehenden Jahr kamen durch Stürme, Erdbeben oder Überschwemmungen dem Versicherer zufolge mehr als 220.000 Menschen ums Leben. Der gesamtwirtschaftliche Schaden habe rund 200 Mrd. $ betragen, eine Steigerung um rund 118 Mrd. $. Gemessen am Gesamtschaden sei 2008 eines der schlimmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen Anfang des vergangenen Jahrhunderts.

Die Versicherungen hätten mit 45 Mrd. $ einstehen müssen - etwa 5 Mrd. $ weniger als noch Mitte Dezember veranschlagt, aber ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die Versicherer wird 2008 damit zum teuersten Jahr nach 1995 mit dem Erdbeben in Kobe und 2005 mit seinen zahlreichen Wirbelstürmen.

Die zehn teuersten Naturkatastrophen 2008
AnlassRegionKosten
Erdbeben China85 Mrd. $
Hurrikan "Ike"Karibik/USA30 Mrd. $
Winterschäden China21 Mrd. $
Hurrikan "Gustav"Karibik/USA10 Mrd. $
ÜberschwemmungenUSA10 Mrd. $
Zyklon "Nargis"Myanmar4 Mrd. $
ÜberschwemmungenChina2,1 Mrd. $
WaldbrändeUSA2 Mrd. $
Wintersturm "Emma"Europa2 Mrd. $
TornadosUSA1,6 Mrd. $

Die größten Verwüstungen richtete nach Schätzungen der Münchener Rück das Erdbeben in der chinesischen Region Sichuan im Mai an. Der Gesamtschaden habe dort rund 85 Mrd. $ betragen. Die Assekuranzen kam der nordamerikanische Hurrikan "Ike" mit einem Versicherungsschaden von 15 Mrd. $ am teuersten zu stehen.

Kursinformationen und Charts
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Die meisten Todesopfer forderte der Zyklon "Nargis", in dessen Folge im asiatischen Myanmar 84.500 Menschen starben und noch immer 50.000 vermisst werden.

Die Münchener Rück kündigte an, auf die zunehmende Bedrohung durch Naturkatastrophen auch mit Preiserhöhungen zu reagieren. "In unserem Kerngeschäft übernehmen wir Risiken nur zu adäquaten Preisen", sagte Jeworrek. "Ändert sich die Gefährdungslage, passen wir das Preisgefüge an."

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  • Reuters, 29.12.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland
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