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Merken   Drucken   15.10.2010, 10:26 Schriftgröße: AAA

Neue Deckung: Ergo versichert Piraterie und Entführung

Der Versicherungskonzern sieht großen Bedarf bei Industriekunden, die Mitarbeiter gegen Entführungen absichern wollen. Für Reeder hat Ergo eine Pirateriedeckung im Angebot. von Herbert Fromme  und Anja Krüger
Die Munich-Re-Tochter Ergo steigt in den Markt für Versicherungen ein, mit denen sich Reedereien und andere Unternehmen gegen Entführungen und Piraterie absichern. "Wir stellen fest, dass unsere Industriekunden entsprechenden Bedarf haben", sagte Christian Diedrich, Chef der Ergo Versicherung und Vorstandsmitglied der Holding. Die Zahl der Entführungen nimmt weltweit zu, allerdings sinkt die Höhe der gezahlten Lösegelder.
Mit dem Angebot greift Ergo vor allem die Anbieter Chubb  aus den USA und Hiscox aus Großbritannien an, die solche Policen in Deutschland anbieten. Auch andere Industrie- und Kriegsversicherer sind hier aktiv.
Der Versicherungskonzern Ergo versichert jetzt Piraterie und ...   Der Versicherungskonzern Ergo versichert jetzt Piraterie und Entführungen
Ergo kooperiert mit dem Münsteraner Spezialanbieter Hansekuranz Kontor, der die Tarifierung und Schadenbearbeitung übernimmt. Wenn eine Firma ihre Manager, Monteure oder Seeleute weltweit gegen Entführungen versichern will, gewährt Ergo eine vorläufige Deckung. Die Firma muss zustimmen, dass Hansekuranz auf Kosten des Versicherers einen Krisenmanager ins Haus schickt. Der führt zur Prävention Spezialtrainings durch und richtet die für Entführungsfälle erforderlichen Notfallstrukturen beim Kunden ein. "Erst wenn uns der Krisenmanager eine Einsatzgarantie für das betroffene Unternehmen gibt, wird die Deckung bestätigt", sagte Hansekuranz-Chef Peter Bensmann. Nur auf diese Weise könne sichergestellt werden, dass eine Firma sich auf Krisenfälle ernsthaft vorbereite.
An Reedereien verkaufen Ergo und Hansekuranz eine Grunddeckung, die Krisenregionen wie die Seegebiete vor Somalia ausdrücklich ausschließt. Für Schiffe und ihre Besatzungen, die dort fahren, müssen die Reeder jeweils Zusatzdeckungen abschließen.
  • Aus der FTD vom 15.10.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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