Extrem intransparenter MarktDer Markt ist extrem intransparent, exakte Zahlen über Prämieneinnahmen und Schäden geben die Versicherer nicht preis. Nach Schätzungen liegt das Prämienvolumen der Sparte in Deutschland bei 350 Mio. Euro.
Dual Deutschland hat im Oktober 2005 das Geschäft mit D&O-Deckungen aufgenommen. Die Firma gehört privaten britischen und spanischen Investoren. "Wir können Risiken bis zu einer Deckungssumme von 10 Mio. Euro für Arch versichern", sagte Pützer. Das Unternehmen verkauft ausschließlich über Versicherungsmakler und zielt ausdrücklich nicht auf Großrisiken.
Dax -Gesellschaften oder Unternehmen mit hohen US-Risiken versichert Arch in Deutschland nicht.
"Schlechte Schadenerfahrungen"
Zur Kernzielgruppe gehören Firmen aus der Finanzbranche wie Fondsgesellschaften, Banken, Sparkassen oder Versicherer. Andere D&O-Anbieter haben sich aus diesem Segment zurückgezogen. "Es gibt im Markt schlechte Schadenerfahrungen", sagte Pützer. Ein typischer Fall: Ein Emmissionshaus verkauft Fondsanteile, es gibt über fünf Jahre keine Ausschüttung, und der Investor meldet Ansprüche an, weil der Prospekt zu optimistisch war.
In fünf Jahren will Arch in Deutschland auf 2500 Verträge kommen und fünftgrößter D&O-Versicherer werden, das wären nach heutigem Stand 20 Mio. Euro bis 30 Mio. Euro Jahresprämie. Bislang habe Dual mehr als 100 D&O-Verträge verkauft, davon ein Viertel an Finanzdienstleister, sagte Pützer. Die durchschnittliche Jahresprämie betrage mehr als 10.000 Euro. "Wir erwarten ein Prämienvolumen von 3 Mio. Euro für 2006."
"Wir machen nichts blind"
Konkurrenten werfen Dual Dumpingpreise vor. Das bestreitet Pützer. "Die Bandbreite der Preise ist ungeheuer groß", sagte er. Sie liege zwischen ein und zehn Promille der Deckungssumme. "Wir gucken uns alles ganz genau an, wir machen nichts blind", so Pützer. Schätze man ein Risiko als eher niedrig an, rechtfertige das eine geringere Prämie.
Erfahrungen mit Schäden hat Dual Deutschland noch nicht. In den ersten drei Jahren des Geschäftsbetriebs als D&O-Versicherer fallen nach Einschätzung von Insidern kaum Schäden an. Auch für die Zeit danach ist Pützer zuversichtlich. "80 Prozent der Schadenmeldungen sind rein vorsorglich", glaubt er. "Es sind maximal zwei Prozent der Policen, die ein echtes Problem haben."
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