Die Inter Lebensversicherung hat bei der Bewertung ihrer Kapitalanlagen im ersten Quartal 2012 die Trendwende von stillen Lasten zu stillen Reserven geschafft. Die Gesellschaft gehörte zu den wenigen Lebensversicherern, die über Jahre stille Lasten auswiesen. Das heißt, der Buchwert der Kapitalanlagen lag über dem Marktwert. "Die stillen Lasten lagen Ende 2011 bei 33 Mio. Euro", sagte ein Sprecher. Aufgrund des weiteren Zinsrückgangs und des Rückgangs der Risikoaufschläge verzeichnete die Inter am Ende des ersten Quartals aber stille Reserven in Höhe von 40 Mio. Euro.
Die Inter kämpft mit schrumpfenden Beständen. Im Jahr 2011 sank der Bestand der Inter Leben nach Versicherungssumme um 4,4 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro, die Beiträge gingen um 0,9 Prozent auf 103,6 Mio. Euro zurück. Auch der Krankenversicherer der Inter, die größte Gesellschaft der Gruppe, schrumpft. Obwohl es der Inter im vergangenen Jahr gelungen ist, 6000 Kunden für eine Krankheitskostenvollversicherung zu gewinnen, ist der Bestand um 1,7 Prozent auf rund 147.700 vollversicherte Personen gesunken. Auch im Bereich der Zusatzversicherung sinkt die Zahl der Kunden. Hier verzeichnet der Versicherer einen Rückgang von 0,7 Prozent auf 226.270 Personen. "Beide Rückgänge sind sowohl absolut als auch prozentual geringer als im Vorjahr", teilte der Versicherer mit. Neue Vertriebsinitiativen würden sich positiv auf die Entwicklung auswirken. Der Versicherer hat die Vertriebsgebiete neu zugeschnitten und die Vertreter mit iPads ausgestattet. Im vergangenen Jahr hat die Inter Kranken die Kosten für die Abschlussaufwendungen um 3,6 Mio. Euro und die Verwaltungsausgaben um weitere 2,4 Mio. Euro gesenkt. Die Beitragseinnahmen wuchsen um 1,3 Prozent auf 662,6 Mio. Euro.