FTD.de » Unternehmen » Versicherungen » Munich Re deckt Serienschäden
Merken   Drucken   04.12.2012, 12:14 Schriftgröße: AAA

Offshore: Munich Re deckt Serienschäden

Der Rückversicherer will als erste Gesellschaft künftig Hersteller von Offshore-Windkraftanlagen gegen Massenschäden durch Produktionsfehler absichern. Die können sehr teuer werden.
von Friederike Krieger

Der Rückversicherer Munich Re  wird bei der Versicherung von Windparks auf hoher See mutiger. Als nach eigenen Angaben erste Gesellschaft bietet der Konzern über seinen Spezial-Erstversicherer Great Lakes UK einen Schutz gegen Serienschäden für die Hersteller von Offshore-Windenergie-Anlagen an. Eine erste Deckung hat Munich Re bereits an das Unternehmen Repower für einen Windpark in der Nordsee verkauft. Details zu dem Deal wollte der Rückversicherer nicht nennen.

Versicherer, insbesondere deutsche Gesellschaften, sind normalerweise sehr zurückhaltend, was Deckungen für Offshore-Windparks angeht. Die Technologie ist neu, die Schäden sind meist hoch. Bisher deckte Munich Re als Rückversicherer Großschäden bei Erstversicherern, die Betreiber und Investoren in der Bauphase von Windparks abgesichert hatten. Zudem bietet das Unternehmen klassische Maschinenbruch-Policen für Hersteller an. Die leisten, wenn einzelne Teile wie die Turbine während des Betriebs kaputt gehen und im Rahmen der Garantie auf Kosten des Herstellers ausgetauscht werden müssen.

"Was die klassische Maschinenbruchversicherung für Offshore-Windanlagen bisher nicht abgedeckt hat, sind Serienschäden", erklärt Mathias Hörmann, Offshore-Experte bei der Munich Re. Die treten auf, wenn es durch einen Produktionsfehler zu einer Vielzahl gleichartiger Schäden an mehreren Anlagen kommt. Solche Ereignisse können für Hersteller sehr teuer werden. Denn ein Windpark kann leicht 80 Anlagen umfassen, an denen das betreffende Teil ausgetauscht werden muss.

Bei der maßgeblich vom Bremer Unternehmen Nordwest Assekuranzmakler konzipierten Police übernimmt Munich Re nicht nur die Kosten für die Reparatur oder den Austausch von Teilen, die bereits defekt sind, sondern kommt auch für Nachbesserungen an Anlagen auf, in die ein mangelhaftes Teil eingebaut wurde, ohne dass der Schaden schon eingetreten ist. Auch die Kosten für den Einsatz von Spezialschiffen zur Reparatur sind gedeckt. "Die Deckung ist ein Bilanzschutz für den Hersteller, gibt aber auch den Investoren mehr Sicherheit", sagt Hörmann. Sie müssen nicht fürchten, dass ein Hersteller über die Erbringung seiner Garantieleistung pleite geht.

Im Gegensatz zur klassischen Maschinenbruchversicherung, die meist nur ein Jahr läuft, gilt die Serienschadendeckung für fünf Jahre. "Der Hersteller gibt dem Betreiber ja auch fünf Jahre Garantie", sagt Hörmann.

Ein Vollkaskoschutz ist die Police allerdings nicht. Sie sieht hohe Selbstbehalte vor, die Munich Re aber nicht näher beziffern wollte. Der Rückversicherer deckt zudem nur Unternehmen ab, deren Herstellungsprozess er zuvor intensiv geprüft hat.

Neben Windanlagen sichert Munich Re auch Photovoltaik-Hersteller und Geothermie-Bohrungen ab. Der Bereich erneuerbare Energien bringt dem Rückversicherer pro Jahr einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag an Prämien. Mit Hilfe der neuen Deckung und anderen Innovationen soll daraus ein mittlerer dreistelliger Millionenbetrag werden. Neben der Serienschadendeckung arbeitet der Rückversicherer an einer Versicherung, die Verzögerungen bei Offhore -Projekten abdecken soll, wenn Spezialschiffe wegen schlechter Wetterbedingungen nicht einsetzbar sind.

07:14:24 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
    % 
  • FTD.de, 04.12.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler