Versicherer sind sich uneins, ob die Absolventen des begleiteten Fahrens wichtig für das Geschäft sind
Eltern, die mit ihrem Nachwuchs das begleitete Fahren praktizieren wollen, müssen das ihrem Kfz-Versicherer melden. Manche Anbieter verlangen keinen Aufpreis, das ist bei der ADAC Versicherung und der Gothaer der Fall. Bei anderen muss der Kunde einen Aufschlag auf die Grundprämie zahlen. Dazu gehören die Direktversicherungstochter der Gothaer Asstel und die
Allianz . Die Angebote der Versicherer unterscheiden sich stark.
"Die Gesellschaften sind sich noch nicht einig, wie wichtig die Absolventen des begleiteten Fahrens für das Geschäft sind", sagt Deliana Toschmakov vom Vergleichsportal Toptarif. Bei fast allen Versicherern, die einen Aufschlag für das begleitete Fahren nehmen, ist der erheblich niedriger als die Prämie, die der junge Fahranfänger für eine eigene Police zahlen müsste. Häufig zahlen Teenager 240 Prozent der Grundprämie für Kfz-Policen. Die meisten erfahrenen Autofahrer zahlen wegen langer schadenfreier Jahre deutlich weniger.
Nach einer Studie des Bundesamts für Straßenwesen ist die Unfallquote von Anfängern, die begleitet unterwegs sind, um 19 Prozent niedriger als bei Alleinfahrern. "Deshalb wollen die Versicherer das begleitete Fahren mit den günstigen Sondertarifen fördern", sagt ein Sprecher der ADAC Auto-Versicherung.
Der Schutz für das begleitete Fahren kann je nach Anbieter bis zum 23. Lebensjahr verlängert werden, wenn Sohn oder Tochter weiter bei den Eltern mitfahren. Baut der Nachwuchs einen Unfall, werden die Eltern in eine höhere Schadenfreiheitsklasse eingestuft und müssen mehr zahlen. Steigt der Fahranfänger auf ein eigenes Auto um, kann er bei vielen Anbietern unfallfreie Zeiten auf den Schadenfreiheitsrabatt der eigene Police anrechnen lassen.