Erdbeben, Stürme, verheerende Überschwemmungen - mit 105 Mrd. Dollar war 2011 für die Versicherer das schadenträchtigste Jahr aller Zeiten. Als wäre das nicht schlimm genug, muss die Branche bei ihren Kapitalanlagen mit anhaltend niedrigen Zinsen und der Staatsschuldenkrise fertig werden. Doch aus den vielen Nöten wächst nun wieder Zuversicht. So lassen sich etwa in den von den Naturkatastrophen betroffenen Regionen nun höhere Prämien durchsetzen.
"Allen voran die führenden europäischen Rückversicherer können in diesem Jahr wieder mit einem größeren Ertragspotenzial rechnen", sagt
Commerzbank -Analyst Roland Pfänder. Er verweist darauf, dass in Regionen wie Australien Prämienanstiege von 60 Prozent realistisch sind. Unterm Strich rechnen Beobachter über Branchen und Sparten hinweg mit Anstiegen von zwei bis acht Prozent.
Eine Serie schwerster Naturkatastrophen wie 2011 gibt es außerdem sehr selten, zum Teil nur alle tausend Jahre, so die Experten der
Munich Re . Würde sich die Lage normalisieren, könnte bei den Münchnern die Schaden-Kosten-Quote von 117 Prozent in den ersten neun Monaten 2011 auf erträglichere Relationen sinken.
Dass Erstversicherer mit Blick auf die bald strengeren Eigenkapitalanforderungen eher mehr als weniger Risiken an Rückversicherer weitergeben, spricht für steigende Nachfrage. Die Branchenführer Munich Re und
Swiss Re könnten dank starker Bilanzen davon besonders profitieren. "Vor allem die Swiss Re verfügt über ein hohes Überschusskapital, das sie gerne in den Markt bringen würde", sagt Pfänder. Die
Hannover Rück als Dritter im Bunde der Großen bewegt ihr kleineres Portfolio flexibel dahin, wo die attraktivsten Margen winken. Zugleich haben sich die Gewinneinbußen auf der Anlageseite in Grenzen gehalten. "Die Hannover Rück besitzt so gut wie keine Anleihen südeuropäischer Staaten und trägt da deshalb ein geringeres Risiko als Munich Re oder
Allianz ", sagt Philipp Häßler, Analyst beim Research-Haus Equinet.