Die Verbraucherschutzorganisation Bund der Versicherten (BdV) und der Versicherer HUK-Coburg haben ein Pilotprojekt für kundenfreundliche Verträge gestartet. Gemeinsam haben sie die Vertragsbedingungen für Hausratpolicen der HUK neu gegliedert und sprachlich entrümpelt. Kunden sollen besser verstehen, was sie unterschreiben. Die Verbraucherschützer hoffen, dass sich andere Anbieter daran ein Beispiel nehmen.
In allen Sparten sind die Versicherungsbedingungen für Kunden eine Plage. Das Kleingedruckte ist so umfangreich wie unleserlich. Die Bedingungen sind alles andere als klar. "Gerade an den entscheidenden Stellen sind sie für den Kunden unverständlich", sagt der ehemalige Versicherungsombudsmann und frühere Richter am Bundesgerichtshof Wolfgang Römer, der das Projekt angestoßen und als Moderator begleitet hat. Häufig wird Kunden erst bei einem Schaden klar, welche Lücken der Versicherungsschutz aufweist - wenn der Versicherer mit Hinweis auf die Bedingungen nicht zahlt.
Die HUK ist keine Ausnahme. Ab dem 1. April vertreibt sie aber Hausratpolicen, deren Bedingungswerk den Segen des BdV und des früheren Ombudsmanns hat. Darin verzichtet der Versicherer auf die übliche Dreiteilung in allgemeine und besondere Versicherungsbedingungen sowie Klauseln. Das verschafft Kunden einen besseren Überblick. "Der Versicherungsnehmer muss nicht an mehreren Stellen nachlesen, wie er in einer bestimmten Situation versichert ist, sondern findet die Information gezielt an einer Stelle", sagt der BdV-Vorsitzende Hartmuth Wrocklage.