Die neuen Gesundheitskarten weisen ein Foto des Versicherten auf
Doch der Weg war beschwerlich und mit Protesten von Ärzten, Krankenkassen und Datenschützern gepflastert. Das elektronische Rezept wurde unterwegs ebenso gekippt wie die elektronische Patientenakte. Jetzt unterscheidet sich die neue Karte, lässt man Sicherheitsaspekte außer Acht, vor allem in einem Punkt von der alten: Sie weist ein aufgedrucktes Lichtbild auf.
Deswegen betteln die Kassen seit einiger Zeit einen Teil ihrer Versicherten um ein Foto an. Die Techniker Krankenkasse (TK) hat am Freitag die ersten Karten verschickt. Die plötzliche Aktivität der Kassen hat nichts mehr mit der Begeisterung für die Verheißungen der Karte zu tun. Sondern mit einer Vorschrift: Bis Jahresende muss jede gesetzliche Kasse ein Zehntel ihrer Mitglieder mit der Elektronikkarte ausgestattet haben - sonst wird ihr das Verwaltungsbudget 2012 um zwei Prozent gekürzt.
Lesegeräte fehlen
Rund sieben Millionen Versicherte werden also, wenn alles nach Plan läuft, am Ende des Jahres eine elektronische Gesundheitskarte im Portemonnaie haben. Für sie haben die Krankenkassen einen guten Tipp: Lassen Sie auch die alte Karte im Portemonnaie. Denn längst nicht in jeder Arztpraxis steht ein neues Kartenlesegerät. Zwar werden es im Moment mehr, da die Kassen die Kosten der Geräte übernehmen, die bis zum 30. September bestellt werden. In Bayern aber hatte nach Zahlen der dortigen Kassenärztlichen Vereinigung bis Montag gerade einmal ein Drittel der Ärzte ein Gerät beantragt.