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Merken   Drucken   18.03.2011, 11:35 Schriftgröße: AAA

Private Altersvorsorge: Mit Riester und Rürup für die Rente sparen

Die staatlich geförderte Riester-Rente wird immer beliebter. Dabei stehen Sparern vier Varianten zur Auswahl. Rürup-Verträge haben dagegen weniger Fans und außerdem zahlreiche Fallstricke. von Anne-Christin Gröger und Friederike Krieger
Das Thema Altersvorsorge kommt langsam bei den Bundesbürgern an. Vor allem Riester-Renten sind echte Trendsetter. Schon seit 2006 zahlen Männer und Frauen hier einheitliche Beiträge. Dem jüngsten Urteil des Europäischen Gerichtshofs zu Unisex-Tarifen in der Assekuranz sind die Anbieter in diesem Fall sogar fünf Jahre voraus. Durch die Einheitsbeiträge sind die Verträge zwar für Männer etwas teurer geworden. Der Beliebtheit der Altersvorsorgeform haben sie aber keinen Abbruch getan. Inzwischen haben mehr als 14 Millionen Kunden einen Vertrag abgeschlossen. Vor allem die staatlich geförderten Rentenversicherungen sind bei Verbrauchern der Renner.
Um Kürzungen bei der gesetzlichen Rente auszugleichen, hat die rot-grüne Bundesregierung 2002 die Förderung der Altersvorsorge eingeführt. Seitdem bezuschusst der Staat die private Altersvorsorge mit Zulagen und Steuervorteilen. Kunden, die selbst Rücklagen fürs Alter bilden, erhalten derzeit 154 Euro Grundzulage pro Person, 185 Euro gibt es für jedes Kind. Für Kinder, die nach 2008 geboren wurden, gibt es sogar 300 Euro. Außerdem können Sparer die Beiträge bis zu einer Höhe von 2100 Euro pro Jahr steuerlich geltend machen. Voraussetzung für die volle Förderung ist, dass der Kunde vier Prozent seines jährlichen Bruttolohns in den Vertrag einzahlt. Förderberechtigt sind fast alle Verbraucher außer Selbstständige und Freiberufler.
Riester-Renten werden als Versicherung, Banksparplan, Investmentfondsvertrag und seit 2008 auch als Bausparmodell angeboten. Für alle Varianten gilt: Der Anbieter muss den Erhalt der eingezahlten Beiträge und der Zulagen garantieren. "Riestern lohnt sich schon allein aufgrund der Zulagen", sagt Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Da sind die Verträge klar im Vorteil im Vergleich zu ungeförderten Geldanlagen."
Über 14 Millionen Deutsche haben einen Riester-Vertrag abgeschlossen   Über 14 Millionen Deutsche haben einen Riester-Vertrag abgeschlossen
Bei der klassischen Riester-Rentenversicherung sagen die Anbieter ihren Kunden eine Mindestverzinsung des Sparanteils zu. Er liegt aktuell noch bei 2,25 Prozent, wird aber ab dem kommenden Jahr auf 1,75 Prozent sinken. "Der Kunde bekommt bei der klassischen Riester-Rente neben einem garantierten Zins auch noch eine jährliche Überschussbeteiligung gutgeschrieben", sagt Guntram Stark, Abteilungsleiter für Produktentwicklung bei der R+V Versicherung.
Im Marktdurchschnitt liegt die Gesamtverzinsung der Riester-Rentenverträge derzeit bei 4,05 Prozent. Bei Investmentfonds gibt es dagegen keine Garantieverzinsung. Hier müssen die Anbieter lediglich sicherstellen, dass die Kunden bei Rentenbeginn ihre eingezahlten Beträge zurückbekommen.
Die klassischen Riester-Renten eigneten sich deshalb besonders gut für sicherheitsbewusste Kunden, sagen Verbraucherschützer, weil sich daraus eine Garantierente errechnen lässt, die Sparer am Ende der Laufzeit auf jeden Fall ausbezahlt bekommen. Die Absenkung des Garantiezinses wird aber für die klassischen Riester-Renten Folgen haben, erwartet Stefan Albers, Präsident des Bundesverbands der Versicherungsberater: "Wenn die Versicherer geringere Beträge garantieren, kann es dazu kommen, dass die angesparte Summe bei Rentenbeginn inflationsbedingt weniger wert ist als bei ihrer Einzahlung", sagt Albers. "Das betrifft aber nur Policen, die ab 2012 abgeschlossen werden. Für vorher unterschriebene Verträge gilt weiter der alte Garantiezins."
Bei Investmentfonds ist zwar nur der Kapitalerhalt garantiert. Die Renditechancen der Fondssparpläne seien dafür höher, sagen zumindest die Investmentgesellschaften. "Fondssparpläne empfehle ich vor allem jüngeren Sparern, die noch viel Zeit haben, Kursverluste an den Kapitalmärkten auszugleichen", sagt Verbraucherschützer Hentschel. Aus diesem Grund bieten viele Fondsgesellschaften die Verträge für Kunden ab 50 Jahren nicht mehr an.
In der Verkaufszahl aufgeholt haben inzwischen auch die Banksparpläne, die lange Zeit ein Nischendasein gefristet haben. Versicherungsberater Albers hält diese Anlageform für die attraktivste. "Kunden sind flexibel, können auch mal zwischendurch die Beitragszahlung aussetzen, und es entstehen keine hohen Abschlusskosten oder Provisionen."

Teil 2: Warum Rürup-Renten so tückisch sind

  • FTD.de, 18.03.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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