Wenn Kunden sich in der privaten Krankenversicherung (PKV) beim PKV-Ombudsmann Helmut Müller beschweren, sind die Versicherungsvermittler nur in Ausnahmefällen der Anlass. Von den 5015 Eingaben von Versicherten im vergangenen Jahr bezogen sich 122 auf Vermittler oder Berater. Über diese Berufsgruppe können sich die Kunden sowohl in der PKV als auch in den anderen Sparten beschweren, tun es aber vergleichsweise selten. Bemängeln Krankenversicherte die Arbeit der Vermittler, geht es meistens um die Beratung bei Abschluss des Vertrages. Die Kunden werfen ihnen vor, sie nicht ausreichend auf die Bedeutung von Gesundheitsfragen aufmerksam gemacht zu haben. Fehlen in dem Versicherungsantrag Angaben zu Vorerkrankungen, kann das den Umfang des Versicherungsschutzes gefährden.
Wie Müller bereits berichtet hatte, ist die Zahl der Beschwerden von Kunden im vergangenen Jahr insgesamt von 4376 auf 5015 gestiegen. Von ihnen waren 432 unzulässig. Mit 4162 zielte der Großteil der Eingaben auf die Krankenvollversicherung. Der PKV-Verband verweist darauf, dass dies angesichts von 8,81 Millionen Vollversicherten gerade einmal einer Quote von 0,047 Prozent entsprach. In der Krankenzusatzversicherung mit 0,0037 Prozent und der privaten Pflegeversicherung mit 0,00052 Prozent ist die Quote noch geringer.
Wie in den vergangenen Jahren musste sich der PKV-Ombudsmann auch 2009 vor allem mit Auseinandersetzungen über die Erstattung von Arztrechnungen befassen. Die Versicherer auf der einen und Ärzte und Patienten auf der anderen Seite haben häufig unterschiedliche Auffassungen darüber, was medizinisch notwendig ist und daher unter den Versicherungsschutz fällt.